Speyer Alpenländische Note im Winterwald

Gut besucht: Dicht gedrängt flanieren die Besucher des Weihnachtsmarkts im Dudenhofener Wald an den Ständen vorbei.
Gut besucht: Dicht gedrängt flanieren die Besucher des Weihnachtsmarkts im Dudenhofener Wald an den Ständen vorbei.

«Dudenhofen.»„Schneeflöckchen, Weißröckchen“ war das erste Lied, das einem gestern Morgen beim Blick in die verschneite Winterlandschaft in den Sinn kam. Vom Besuch des Weihnachtswaldbasars in Dudenhofen hielt der Schnee nicht ab. Mehrere tausend Menschen wurden dort bis in den Nachmittag mit Kunsthandwerk, Kulinarischem und Kreativem verwöhnt. Beim Rundgang vor Ort erklangen adventliche Melodien. „Süßer die Glocken nie klingen, als in der Weihnachtszeit“. Wie wahr. All überall unter Tannenspitzen sah man die Geräuschemacher in klein und groß, aus Holz, Metall oder Häkelgarn. Selbst als Schmuck fürs Ohrläppchen waren die Glöckchen gefragt – ein extravaganter Hingucker. Getoppt wurde der nur durch pfiffige Sinnsprüche auf Holztafeln. „Nur langweilige Frauen haben aufgeräumte Wohnungen“, lautete eine Theorie. „Siehst du?“, hielt eine junge Mutter ihrem Gatten das Schild unter die Nase. „Ich seh nix“, war seine Reaktion. Trotz der nahenden fröhlichen Weihnacht muss der frohe Schall nicht immer weihnachtlich sein. Irgendwo im Geiste sang Trude Herr „Ich will keine Schokolade“ und die Gelüste fragten: Warum eigentlich nicht? „Heute gönnen wir uns was“, stellte eine Dame folgerichtig fest. Champagner-Trüffel oder Cocomandel-Konfekt? Die Suche nach der richtigen Antwort dauerte etwas länger. Nebenan konnten Kalorien beim Probeküssen unterm Mistelzweig abtrainiert werden. Das war dem Drehorgel-Heinrich – mit Nachnamen Cuntz – eine schmissige Weihnachtsmelodie wert. „Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätää“ bahnte sich die Instrumentalmelodie den Weg entlang der Bäume. Unter deren Wipfeln hatten mehr als 75 Aussteller ihre Stände aufgebaut und liebevoll eingerichtet. Die klassischeren Melodien hatten es einem jungen Trio der Stadtkapelle Speyer angetan, das – wie alle Jahre wieder – unter anderem „Stille Nacht“ mit zwei Trompeten und Posaune intonierte. Die Blaskapelle Dudenhofen tat es den Jungen gleich, und die Kurpfälzer Alphornbläser brachten eine alpenländische Notenpracht in den Dudenhofener Gemeindewald. Quasi vorgegeben war der beim Nachwuchs beliebte Rolf Zuckowski-Song „In der Weihnachtsbäckerei“ beim Anblick hunderter selbst gebackener Plätzchen, die zum Verkauf angeboten wurden. Schwung brachte Rock’ n’ Roller Chuck Berry, der leise, aber hörbar an einer Schmuckstation aufforderte „Run, Rudolph, Run“. Gerannt wurde beim Basar nicht. Die Besucher ließen beim Flanieren Gemütlichkeit walten und entdeckten tolle Holzarbeiten, feine Cremes, vielseitige Karten, Gestecktes, Genähtes und Handgeblasenes. Mit Besuch, Umsatz und Stimmung konnten alle zufrieden sein. Freuen durften sich darüber hinaus einige Hilfsfonds, denn viele Anbieter von Speisen und Getränken stifteten den Erlös für soziale Zwecke. Im Internet Weitere Fotos des Weihnachtswaldbasars gibt es in der RHEINPFALZ-App.

Spielen für Obdachlose Drehorgel: Ingrid und Heinrich Cuntz.
Spielen für Obdachlose Drehorgel: Ingrid und Heinrich Cuntz.
Sind fester Bestandteil des Weihnachtswaldbasars: die Jagdhornbläser der Dudenhofener Kolpingsfamilie.
Sind fester Bestandteil des Weihnachtswaldbasars: die Jagdhornbläser der Dudenhofener Kolpingsfamilie.
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