Speyer Aktionstag: Bundesweiter Frauenstreik auch in Speyer

Aufruf zum Frauenstreik: Am 9. März sollen Frauen ihre Arbeit niederlegen und damit verdeutlichen, was sie für die Gesellschaft
Aufruf zum Frauenstreik: Am 9. März sollen Frauen ihre Arbeit niederlegen und damit verdeutlichen, was sie für die Gesellschaft leisten.

„Ohne uns steht alles still“: Unter diesem Motto findet am Montag, 9. März, zum ersten Mal in mehr als 100 Städten ein Frauenstreik statt – auch in Speyer.

Bei dem politischen Aktionstag – einem Tag nach dem Weltfrauentag am 8. März – sollen Frauen ihre Arbeit niederlegen und gemeinsam mit anderen Menschen auf die Straße gehen. Ziel ist, auf unbezahlte, schlecht bezahlte sowie unsichtbare Arbeit aufmerksam zu machen und gesellschaftliche sowie politische Veränderung zu fordern. Dazu zählen unter anderem die Aufwertung von Sorgeberufen, existenzsichernde Löhne und verlässliche Arbeitszeitmodelle, die Absicherung von Sorgezeiten, die Schließung der Rentenlücke, Reformen zur Entlastung von Alleinerziehenden sowie der Ausbau von Schutzräumen und Beratungsstellen. Zum Streik rufen Bündnisse wie das „Töchterkollektiv“ und „Enough! Genug!“ auf. In Speyer findet der Aktionstag nach Angaben von Organisatorin Claudia Häckel-Vavala von 11 bis 16 Uhr statt. Die Demonstration beginnt nach der Eröffnung um 11.30 Uhr am Altpörtel und geht über die Maximilianstraße Richtung Dom, wo ab 13.30 Uhr eine Kundgebung vorgesehen ist. Zwischendurch sind Redebeiträge, Gesang und Tanz geplant. Mitmachen darf jeder – egal welchen Geschlechts, aus allen Generationen und allen Lebensrealitäten. „Jeder ist willkommen“, sagt Häckel-Vavala.

„Der Frauenstreik macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. Er zeigt, was passiert, wenn wir unsere Arbeit niederlegen“, teilt das bundesweite Organisationsteam vom „Töchterkollektiv“ mit. Die Frauen sagen, dass Deutschland vor tiefen sozialen und politisch hergestellten Ungleichheiten stehe. Sorgearbeit bleibe abgewertet, Frauenerwerbsarbeit werde strukturell benachteiligt, und geschlechtsspezifische Gewalt sei weiterhin ein massives gesellschaftliches Problem. Die höchsten Belastungen tragen demnach Frauen, Alleinerziehende, Frauen mit Migrationsgeschichte, Schwarze Frauen, Frauen of Color, Trans-Personen, nicht-binäre Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Beschäftigte in prekären und informellen Arbeitsverhältnissen.

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