Speyer Abschied vom Hauptstraßenmaler
«Otterstadt/Speyer.» „Ich bin der Hauptstraßenmaler“ hat Cornel Bähr einmal über sich gesagt. Der gebürtige Otterstadter wurde nie müde, Speyerer Motive mit Ölfarben auf Leinwand festzuhalten. Am 26. Februar ist der Künstler im Alter von 58 Jahren in Weisenheim am Sand gestorben.
Jahrzehntelang war der gebürtige Otterstadter jeden Sommer mit seiner Staffelei auf der Speyerer Maximilianstraße anzutreffen, am liebsten in der Nähe des St.-Georg-Brunnens, denn von dort hatte er die beste Aussicht auf Dom und Altpörtel. Geboren wurde Cornel Bähr am 17. Oktober 1960 in Otterstadt. Dort ist er auch aufgewachsen und in die Schule gegangen, wo Lehrer Lill sein Talent entdeckte und förderte. Als Schüler hat er zweimal Landeswettbewerbe gewonnen. Zwar machte Bähr dann eine Ausbildung zum Schlosser, die Malerei war aber immer sein Steckenpferd. Diese Liebe zur Malerei hat ihn bis in die USA gebracht, wo er auf Einladung eines US-Amerikaners 2014 und 2015 eine Gaststätte mit Motiven aus der Pfalz und aus Heidelberg ausgemalt hat, weil die Vorfahren des Gastwirts aus Berghausen und Dudenhofen stammten. So kommt es, dass Ansichten der beiden Ortschaften heute auf einer Wand in Pittsburgh Werbung für die Pfalz machen. Überall wo Cornel Bähr war, hat er Spuren hinterlassen. Auch in Lambsheim, wo er 2013 Turmmaler war. Und natürlich in seiner Heimat Otterstadt. Die große Silhouette des Ortes in der Sommerfesthalle stammt von ihm, ebenso wie ein bemalter Container auf dem Gelände der Kfz-Werkstatt Regenauer. Auch den Karpfenfest-Umzugswagen der Gemeinde hat er verschönert. Für das Ortsjubiläum im Jahr 2020 hätte er ein großes Projekt umsetzen sollen. Soweit ist es aber nicht mehr gekommen. Die Urnen-Beisetzung findet am Freitag, 29. März, um 13 Uhr im Friedwald Dudenhofen statt.