Handball
100 Jahre Handball in Lingenfeld
„Es lief unterm Strich alles sehr, sehr gut“, lautete das Fazit des HSV-Vorsitzenden Sascha Pfliegensdörfer. Goldberghalle „ausverkauft“: Gibt's nicht mehr?! Gibt's doch! Nostalgiker fühlten sich schon bei der Anfahrt bei der teilweise ausgedehnten, weil viel Geduld erfordernden Parkplatzsuche an glorreiche Zeiten erinnert.
Anfangs 270 Zuschauer verfolgten das Legendenspiel der Damen, 380 das anschließende Herrenmatch. So viele Interessierte kamen seit Wiedereröffnung der Halle noch nicht. Die Organisatoren riefen, und fast alle kamen. Martina Luickx, Maria Leibeck, Simone Theilmann, Alexandra Fischer, Jutta Porr, Karin Schönrock und weitere viele wohlklingende Namen weckten im Frauenmatch gegen die aktuellen Oberligadamen schöne Erinnerungen an glorreiche Tage.
Gast aus Bosnien
Vesil Besirevic, ehemaliger Spieler in den 90-er Jahren und jetzt hochklassiger Schiedsrichter, nahm den weiten Weg aus Bosnien auf sich. Die Freunde aus dem belgischen Duffel schickten eine Abordnung. Chris Wuyten unterstützte auf dem Feld. Jasmin „Mimi“ Djozic ließ es sich nicht nehmen, seine Jungs zu coachen.
Klemens Puderer, stellvertretender Vorsitzender, und Rainer Sinn gaben die Alterspräsidenten. Mit Agic, Geier, Louis, Weickenmeier, Arnel und Roni Mesic hätte dies auch die Aufstellung für ein Regionalligamatch in den 90-ern sein können. Schiedsrichter Harald Janssen, mit Initiator Werner Brodback auch Kurator einer liebevoll arrangierten Ausstellung zur Geschichte des Handballs, leitete gewohnt souverän.
Sinn mit Humor
In der „dritten“ Halbzeit bewiesen auch die Legenden, die nicht aktiv mitspielten, bei der Playersnight, dass ihnen in dieser Disziplin kaum jemand etwas vormacht. Zur feierlichen Gala mit großartigem Buffet im festlich geschmückten Foyer waren 220 Gäste geladen, darunter auch zahlreiche Gründungsmitglieder des 1982 aus der Taufe gehobenen HSV und die beiden ältesten Mitglieder, Horst Dehof, Alban Gutting.
Sinn führte humorvoll durchs Programm. Die Politik sowie Abgesandte Lingenfelder Vereine symbolisierten die Verbundenheit mit den Handballern und unterstrichen den Stellenwert des HSV für die örtliche Gemeinschaft. Besonders im Mittelpunkt stand die seit 2013 bestehende Spielgemeinschaft mit den Nachbarn aus Schwegenheim.
Pfliegensdörfers Eckpfeiler
Ortsbürgermeister Andreas Weber („Der Erfolg gibt den Initiatoren Recht“) und zahlreiche Schwegenheimer unterstrichen dies mit ihrer Anwesenheit. Sascha Pfliegensdörfer, der auch seine Amtsvorgänger Klaus Rickert, Rainer Schäfers und Werner Brodback willkommen hieß, nannte Gemeinschaft, Leidenschaft, Zusammenhalt und Engagement als Grundpfeiler der Erfolgsgeschichte.
Ortsbürgermeister Markus Kropfreiter, früher selbst als Linksaußen im Badischen aktiv, sagte: „Der Handball und der HSV stehen seit 100 Jahren für das Miteinander.“ Beigeordneter Sebastian Ungeheuer wünschte sich im Namen der Lingenfelder Vereine: „Bleibt so dynamisch, so leidenschaftlich und so kameradschaftlich.“ Brodback ließ die Historie bis in die Gegenwart Revue passieren. Es gab 19 Ehrungen für 25 Jahre Zugehörigkeit und 26 für Gründungsmitglieder. Der Family-Day, bei dem sich der Nachwuchs der Purzelballer, Minis sowie der C-Jugendlichen präsentierte und sich alle im Spieleparcours austobten, rundete das Geschehen am Sonntag ab.