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Montag, 14. Januar 2019 Drucken

Speyer: Kultur Regional

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Neu am Speyer Zimmertheater: Monika-Margret Steger führt Regie bei „Indien“ – Aufführungen ab Freitag

Von Ellen Korelus-Bruder

Möchte Tabubrüche und bitterböse Satire auf die kleine Speyerer Bühne bringen: Regisseurin Monika-Margret Steger.

Möchte Tabubrüche und bitterböse Satire auf die kleine Speyerer Bühne bringen: Regisseurin Monika-Margret Steger. ( Foto: frei)

Am liebsten hätte Monika-Margret Steger selbst in „Indien“ mitgespielt. „Leider gibt es im Drei-Personen-Stück keine Frauenrolle“, bedauert sie. Das Erfolgsstück der österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer wird derzeit im Speyerer Zimmertheater gezeigt. Steger führt Regie. Und das mit Leidenschaft. Sie ist neu im Ensemble des Zimmertheaters. Und das mit Begeisterung.

Eine Rolle im Drama mit komischen Momenten hätte der Regisseurin gut zu Gesicht gestanden. Sie ist gelernte Schauspielerin. Studiert hat Steger in Salzburg. Dort hat sie Hader persönlich kennengelernt. „Sein Aberwitz hat mich überwältigt“, beschreibt sie ihre Faszination für den Kabarettisten, der für Tabubrüche und bitterböse Satire bekannt ist. Beides auf die kleine Speyerer Bühne zu bringen, sei ihr Anliegen gewesen, betont Steger. „Je öfter wir geprobt haben, desto besser wurde der Text“, schildert sie die Entwicklung von „Indien“ in der Pfalz. In Österreich angesiedelt, spielt Timo Effler in ihrer Inszenierung einen Deutschen.

„Piefke-Diskussionen habe ich in den 1990er Jahren wirklich geführt“, berichtet Steger, die im bayerischen Wald aufgewachsen ist, von Ausgrenzungserfahrungen im Nachbarland. Dennoch liebe sie Österreich und die Österreicher, betont sie. „Sie leiden genau wie ich unter ihrer Herkunft und sind – genau wie ich – wiederum stolz darauf.“ Indien schaffe Berührung mit dem, woher man komme, ist Steger überzeugt.

Die Regisseurin liebt ihren Beruf. „Ich kann überall hineingehen wie in die Zimmer eines Hauses“, sagt sie. Als Kind sei sie davon ausgegangen, dass jeder Mensch Schauspieler werde oder sei. Und dass die Beschäftigung mit Sterben und Tod das normalste von der Welt sei. Auch später mit mehr Erfahrung über das Leben habe sie dieses Thema nicht losgelassen. Der Umgang der Österreicher mit ihrer Endlichkeit beeindrucke sie, sagt Steger. Und Musik. Ohne Musik könne sie sich ihr Dasein nicht vorstellen. „Spielen, inszenieren und singen – das ist der ideale Mix“, bringt sie es auf den Punkt.

Heute lebt die 49-Jährige mit zwei Töchtern in Mannheim. Vier Jahre lang war sie am Nationaltheater engagiert. Danach hat sie an unterschiedlichen Bühnen gastiert und sich immer mehr in der freien Theaterszene bewegt.

Für das Engagement am Zimmertheater ist Steger dankbar. „Hier ist Kreativität und Herzblut“, sagt sie und meint damit jedes Mitglied vom Theaterleiter bis zum Ausleuchter. Von manchen Ideen habe sie sich zugunsten besserer aus dem Ensemble verabschiedet. „Das war am Anfang nicht leicht für mich“, räumt sie ein. Aber auch ihre Vorschläge hätten die Darsteller gerne aufgegriffen, beschreibt Steger die perfekte Zusammenarbeit auf Augenhöhe. „Ich bin eine Fisseltante“: Damit bezeichnet sie ihren Drang, sich an Kleinigkeiten festzubeißen. „Das hat auch Vorteile“, betont die Regisseurin.

Steger hofft, dass nach dem Zimmertheater vor dem Zimmertheater ist. „Ich würde immer wieder nach Speyer kommen“, schwärmt sie von Stadt und Theater. Bis es soweit ist, hat die Regisseurin keinen Leerlauf. „Langeweile kenne ich nicht“, sagt sie und macht sich fertig für Probenarbeit am englischen Institut in Heidelberg. Und fürs Ludwigshafener Kulturcafé „Franz- und Lissy“, wo sie „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ auf besondere Weise präsentieren will. „Mein Märchen ist in allen Ländern der Welt spielbar“, sagt sie. Deutungsmöglichkeiten lässt sie offen...

Termine und Vorverkauf

— Aufführungen von „Indien“ sind am 18., 19., 25. und 26. Januar, jeweils 20 Uhr, im Zimmertheater, Kulturhof Flachsgasse, in Speyer.

—Eintrittskarten sind im Spei’rer Buchladen, Korngasse 17, Telefon 06232 72018, E-Mail info@speirerbuchladen.de, erhältlich.

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