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Dienstag, 15. Januar 2019 Drucken

Speyer: Kultur Regional

Weltstars am Palmsonntag in Speyer

Die Dommusik bringt in der Passionszeit fünf Mal „Cantate Domino“ und die Johannespassion 1725 von Bach

Von Karl Georg Berg

War schon als Liedsänger in Speyer: Christoph Prégardien.

War schon als Liedsänger in Speyer: Christoph Prégardien. ( Foto: Archiv)

Beim Konzert in der Krypta des Doms: Andreas Scholl.

Beim Konzert in der Krypta des Doms: Andreas Scholl. ( Foto: Dommusik)

Mit einem „Cantate Domino“-Konzert beschloss die Dommusik in Speyer am Samstag musikalisch die Weihnachtszeit. Nun richtet sich der Blick auf weitere konzertante Projekte in den Wochen vor Ostern. Vom 9. März bis 6. April heißt es jeweils samstags um 18 Uhr im Dom wieder „Cantate Domino“. Am Palmsonntag erklingt dann in der Dreifaltigkeitskirche Bachs Johannespassion in der Fassung von 1725.

In Ergänzung unseres Berichts über das Konzert vom vergangenen Wochenende in der Ausgabe von gestern muss noch betont werden, dass Domkantor Joachim Weller etwa die Hälfte der Programmbeiträge geleitet hat. Insgesamt waren 106 Ausführende in den verschiedenen Ensembles der Dommusik bei diesem Konzert aktiv. In voller Besetzung wären es 132 gewesen. Eine „Capella Saliensis“ gibt es darunter aber nicht.

Bei der oben erwähnten Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach am Palmsonntag, 14. April, um 17 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche steht Domkapellmeister Markus Melchiori am Pult des Domchors Speyer und des schon vielfach in Speyer aufgetretenen und auf historischen Instrumenten spielenden Barockorchesters L’arpa festante.

Mit den Solisten kommen große Namen, ja Weltstars wieder nach Speyer. Den Evangelisten singt der Tenor Christoph Prégardien, einer der renommiertesten Sänger in dieser Partie. Gleich auf mehreren CD-Einspielungen des Werks ist er als Evangelist zu hören. Er war in Speyer schon mit Liedprogrammen erfolgreich bei den Musiktagen aufgetreten.

Der international gefeierte Altus Andreas Scholl, der unter anderem an der Met in New York und bei den Salzburger Festspielen singt, wird die beiden Alt-Arien vortragen. Auch er war schon in Speyer zu hören, zuletzt im September 2017 mit Bach-Kantaten.

Hans Jörg Mammel, der die Tenor- Arien singt, und Markus Flaig (Christus-Worte) gehören zur Spitze der deutschen Oratoriensänger. Konstantin Paganetti, Sänger der Bass-Arien, ist Schüler von Prégardien. Jowoon Chung wird die Sopran-Soli singen.

In Speyer wird die Fassung von 1725 erklingen. In ihr hat Bach gegenüber der ersten Version von 1724 den Einleitungschor und Schlusschoral durch die Choralbearbeitungen „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ (wurde später in die Matthäus-Passion übernommen und beschließt dort den ersten Teil) und „Christe, du Lamm Gottes“ ausgetauscht. Auch zwei Arien wurden durch andere ersetzt und ein Stück für Sopran und Bass eingeführt. In allen weiteren Fassungen ging Bach aber im Kern wieder auf die Ursprungsversion zurück.

Übrigens: der 14. April ist der 260. Todestag von Bachs Kollegen Georg Friedrich Händel. Der komponierte vor exakt 300 Jahren ein Passionsoratorium auf einen Text von Barthold Heinrich Brockes. Dieser Text bildet die Grundlage weiter Teile der freien Dichtung in Bachs Passion, also allen Stücken, die nicht dem Text des Evangeliums nach Johannes oder den Chorälen der lutherischen Kirche folgen.

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