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Donnerstag, 21. Dezember 2017 Drucken

Speyer Land

„Waldsee – die Perle Europas“

Claudia Klein (CDU) ist ab 1. Januar neue Beigeordnete der Ortsgemeinde Waldsee. Die 35-Jährige wurde am Dienstagabend mit 14 Stimmen vom Ortsgemeinderat in geheimer Wahl gewählt. Ihr Gegenkandidat Wolfgang Karl (SPD) bekam sieben Stimmen. Klein will sich dafür einsetzen, dass Waldsee für die nachfolgende Generation attraktiv bleibt.

Von Christine Kraus

Ist es wichtig für ihre vier Kinder da zu sein: Claudia Klein.

Ist es wichtig für ihre vier Kinder da zu sein: Claudia Klein. ( Foto: Lenz)

«Waldsee.»„Waldsee ist die Perle Europas!“ Das haben Claudia Klein, geborene Haslberger, und ihre Freunde als Teenager in den 1990er-Jahren immer gesagt. „Ich habe eine wunderbare Kindheit und Jugend hier verbracht“, fügt sie erklärend hinzu. Nach rund zehn Jahren in der Großstadt lebt die 35-Jährige heute mit ihrem Mann und den vier Kindern wieder in ihrem Heimatort und möchte sich als frisch gewählte Beigeordnete dafür einsetzen, dass auch die Generation ihrer Kinder hier gut leben kann.

Geboren ist sie im oberbayrischen Traunstein, aber in Waldsee ist sie verwurzelt. Ihr leiblicher Vater starb sehr früh. So kam sie mit ihrer Mutter und dem älteren Bruder im Alter von vier Jahren nach Waldsee. „Ich bin im Café Christmann großgeworden. Manfred Christmann war immer mein Papa“, erzählt sie. Schon als Kind begann sie in der Uno-Garde zu tanzen. 2006/2007 schwang sie als Prinzessin Claudia II. eine Saison das Zepter über den Ort. „Das Handballspielen hab ich meinen beiden Brüdern überlassen, ich habe hier im Tennisverein Tennis gespielt“, erzählt sie. Nach dem Abitur am Edith-Stein-Gymnasium in Speyer zog es sie erst einmal in die große weite Welt.

In Frankfurt absolvierte sie ein ausbildungsintegriertes Studium an der Frankfurt School of Finance and Management mit dem Abschluss Bankkauffrau und einem Bachelor in BWL. Ein Semester studierte sie in Australien, ein Auslandspraktikum verbrachte sie in Paris. Auch in ihrem Job hatte Klein viel im Ausland zu tun. Für eine Frankfurter Bank organisierte sie weltweit Trainings für Hochschulabsolventen. „Da habe ich Organisieren und Teamarbeit von Grund auf gelernt. Wir waren für alles zuständig, von der Waschschüssel für das Gebet bis zum Dinner mit dem Vorstand“, erzählt sie. „Ich glaube, ich bin ein sehr disziplinierter Mensch“, sagt die 35-Jährige. Ohne Disziplin und Organisationstalent wäre es ihr wohl auch nur schwer möglich gewesen, parallel zum Job auch noch ein Masterstudium „Training and Development“ in Salzburg draufzusatteln.

Nicht nur beruflich, auch privat habe sie sich weiterentwickelt, sagt Klein schmunzelnd. 2009 heiratete sie Philipp Klein, Banker in Frankfurt, und 2010, 2011, 2014 und 2016 wurden die Kinder geboren. Zwischendurch renovierten die Kleins auch noch ein Haus in Waldsee und managten den Umzug in die alte Heimat.

Zur CDU kam sie über ihren Mann Philipp, der sich früher in seiner Heimat Kaarst in der Jungen Union engagiert hat und 2013 in den Ortsverband Waldsee eingetreten ist. Claudia Klein ist auch gleich mit eingetreten und hat beschlossen, sich wenn schon, dann gleich richtig zu engagieren. 2014 wurde sie in den Gemeinderat gewählt und schätzt dort die sehr sachorientierte Arbeit. Als sie während einer Klausurtagung als Nachfolgerin von Rudi Fuchs, erst als CDU-Vorsitzende ab März 2017 und nun als Beigeordnete vorgeschlagen wurde, war sie überrascht, aber nicht abgeneigt. „Vier Kinder hier großzuziehen ist mehr als Grund genug, sich für den Ort zu engagieren“, sagt sie. Aber zunächst hat Klein erst einmal alles durchgerechnet: Ist es organisatorisch machbar? Trägt der Mann die Entscheidung mit? Sie kam zum Schluss: Ja, das funktioniert, ohne dass die Familie darunter leidet. „Mir ist es wichtig, für meine Kinder da zu sein. Vormittags sind sie in der Schule oder im Kindergarten, nachmittags bin ich für sie da. Für Abendtermine hat sie eine sehr zuverlässige Babysitterin, und die Mutter und die beiden Brüder leben ja auch im Ort.

Nun freut sie sich auf ihre neue Aufgabe als Ortsbeigeordnete. Den Bereich Jugend, Senioren und Friedhof, für den sie nun zuständig ist, findet sie prima. Große Politik interessiere sie zwar, aber ihr persönliches Engagement gehöre Waldsee. Die Sprechstunde ihres Vorgängers, donnerstags von 10 bis 12 Uhr, möchte Klein beibehalten, und in den nächsten Wochen und Monaten möchte sie lernen, wie die Verwaltung im Rathaus funktioniert. Von ihrem Vorgänger Rudi Fuchs und Bürgermeister Otto Reiland (beide CDU) könne sie viel lernen, sagt Klein. Die erste Bewährungsprobe in ihrem neuen Amt steht schon bevor: Im Januar muss sie Ortsbürgermeister Otto Reiland während dessen Urlaub vertreten.

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