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Freitag, 19. Oktober 2018 Drucken

Speyer

Viele Bewerbungen für Inklusionsbetrieb auf Friedhof

Stefanie Seiler verspricht Start 2019 – Infoabend über Möglichkeiten integrativer Betriebe beim Sozialbündnis gegen Armut

Von Ellen Korelus-Bruder

Friedhof: Dort soll ab 2019 ein Integrationsbetrieb Jobs bieten.

Friedhof: Dort soll ab 2019 ein Integrationsbetrieb Jobs bieten. ( Foto: Lenz)

„Fair statt prekär – Erfolgreiche Arbeitsmarktintegration für Menschen mit Behinderungen“: Damit hatte das Speyerer Sozialbündnis gegen Armut seine Veranstaltung am Mittwochabend in St. Hedwig überschrieben. Knapp 50 Interessierte waren am Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut gekommen, um sich über die berufliche Situation von Speyerern mit Beeinträchtigungen und beabsichtigte Inklusionsbetriebe zu informieren.

„Inklusion soll öffentliches Thema in Speyer sein, Inklusionsbetriebe sollen fester Bestandteil in der Stadt werden“, beschrieb Moderator Walter Werner das Bündnis-Ziel. Grußbotschaften von Anne Spiegel (Grüne), Landesministerin für Integration, und CDU-Bundestagsmitglied Johannes Steiniger unterstützen die Bündnis-Mitglieder in ihren Vorhaben.

Beigeordnete Stefanie Seiler (SPD) informierte über den Stand der Verhandlungen für einen Inklusionsbetrieb auf dem Speyerer Friedhof nach dem Wormser Modell (wir berichteten). „Es geht um mehr als Bestattung und Grünpflege“, betonte Seiler ihre Absicht, den geplanten Betrieb als Vorbild für gelebte Inklusion zu gestalten. „Wir wollen auch damit soziale Verantwortung übernehmen“, sagte sie. Besonders hob sie die enge Verbindung mit der Förderschule im Erlich und ihren Absolventen hervor. „Wir wären gerne schon weiter, weil wir die Mitarbeiter schon haben.“ Bisher hätten die notwendigen Rahmenbedingungen gefehlt. „2019 startet unser erster Inklusionsbetrieb“, so Seiler. Nach Beratungen im August sei der Antrag dazu derzeit auf dem Weg ins zuständige Landesministerium.

Vier inklusive Mitarbeiter sollten das 15-köpfige Team auf dem Friedhof vervollständigen, so Seiler. „Die größte Herausforderung werden die Absagen sein“, berichtete sie. Es habe zahlreiche Bewerbungen gegeben. „Perspektivisch werden wir weitere inklusive Stellen einrichten.“ Festanstellungen und tarifliche Bezahlung seien für sie auch im Inklusionsbetrieb unverzichtbar. Das nächste Treffen zur Vorbereitung des Betriebs kündigte Seiler für November an.

Thomas Weichert, Geschäftsführer des inklusiven Mannheimer „Markthaus Recycling Kaufhaus“, präsentierte ein Modell, das auch als Nahversorgungskonzept in Speyer-West denkbar sei. Henri Franck, Beirat der Interessengemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde (IBF), berichtete über die Planungen zum Fahrdienst „Thalis“ für Menschen mit Behinderungen. Er soll 2019 an den Start gehen.

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