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Montag, 24. Juni 2019 Drucken

Speyer

Sport-Einsatz für andere

„Jein“, sagt Rafique Khawaja von der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde (AMJ) auf die Frage, ob der Charity Walk nach vier Jahren in Speyer etabliert ist. Überzeugt von der Veranstaltung ist er dennoch. Am Samstag kamen 1700 Euro an Spenden zusammen.

von Susanne Kühner

Los gehts: Rund 90 Läufer drehen beim Charity Walk Runden für den guten Zweck.

Los gehts: Rund 90 Läufer drehen beim Charity Walk Runden für den guten Zweck. ( Foto: Lenz)

Rund 120 Anwesende zählt Khawaja, Leiter des Bereiches Soziale Dienste der AMJ-Gemeindezentrale in Frankfurt, im unteren Domgarten um kurz vor 11 Uhr. Bei den Läufen werden am Ende rund 90 antreten. „Wir führen den Charity Walk bundesweit in 50 bis 60 Städten durch“, erklärt der Sprecher. Er wünscht sich, dass es noch mehr Gastläufer aus Speyer und der Umgebung werden, die sich künftig für die Aktion interessieren. Die meisten Teilnehmer stellt die AMJ selbst.

Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) ist erfreut, dass diesmal auch Mädchen und Frauen bei dem Lauf mitmachen. „Das ist genau der richtige Weg: Alle setzen sich gemeinsam für den guten Zweck ein“, hebt sie hervor und spricht mit Blick auf die Gruppe motivierter Menschen hinter dem Heidentürmchen von einer „bunt gemischten Gesellschaft“.

Nicht müde geworden sei ein engagiertes Team der AMJ, die Veranstaltung zu organisieren, sagt Khawaja. Und das, obwohl es nicht leicht sei, Menschen zum Mitmachen zu animieren: „Es geht darum, Zeit zu opfern.“ Die sportliche Leistung ist an diesem Tag nicht ausschlaggebend, obwohl Pokale vergeben werden. In erster Linie, erklärt Khawaja, geht es um den Einsatz für andere.

„Ein Teil der islamischen Religion schreibt uns vor, Menschen zu helfen“, erklärt er. Genau deshalb ist Asif Mahmood mit seinen Söhnen Kabir (12) und Moiz (9) da. Vor drei Jahren kam die Familie aus Pakistan nach Deutschland. Ebenso lange ist das Trio bei den Charity Walks am Start. „Wir wollen unseren Teil zur Hilfe beitragen“, sagt Mahmood zu den Beweggründen. Er selbst sei kein Läufer, beschränke sich aufs Gehen. „Aber die Kinder rennen“, ergänzt er und lacht.

Eine Runde durch den Domgarten müssen Kinder und Jugendliche hinter sich bringen, drei Runden sind es bei den Erwachsenen – etwa drei Kilometer. Das Ehepaar Nermin (28) und Amra (27) Karic aus Speyer stellt mit dem 14 Monate alten Malik den jüngsten Teilnehmer. Im Kinderwagen schiebt Papa Nermin den Kleinen beim Joggen vor sich her. Über Werbung im Briefkasten hat Karic in diesem Jahr zum ersten Mal von der Aktion erfahren. „Der gute Zweck hat uns zum Mitmachen motiviert und dass alle Kulturen gemeinsam für ihn eintreten. Das finde ich schön“, sagt er. Karic ist vor 18 Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen. Die Völkerverständigung sei ihm wichtig.

Nach gut einer Stunde sind die Läufe vorbei. Die Spendensumme, die sich aus den Startgeldern, Firmenzuschüssen und Beiträgen der Gemeindemitglieder zusammensetzt, wird errechnet. 600 Euro erhält die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, die mit einer Gruppe am Lauf teilgenommen hat. 400 Euro gehen an das Frauenhaus Speyer, mit weiteren 400 Euro sollen barrierefreie Spielplätze in der Stadt gefördert werden. 300 Euro erhält die internationale Hilfsorganisation Humanity First.

Khawaja hofft auf noch mehr Zuspruch beim nächsten Mal. „Fünf Jahre haben wir uns gegeben. Dann sollten die Charity Walks bekannt sein und mehr Resonanz hervorrufen.“

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