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Donnerstag, 06. Dezember 2018 Drucken

Speyer

Speyer: Sexpuppen-Bordell eröffnet [mit Video]

Von Nils Henke

So sieht ein Zimmer im "Dollhaus" aus. (Foto: Henke)

Der Speyerer Unternehmer Raphael Abelmann hat vergangenen Montag in der Auestraße 5 das „Dollhaus“ eröffnet, in dem Kunden Zeitfenster mit sogenannten „Real Dolls“ buchen können, also lebensecht wirkenden Silikonpuppen.

Die Idee zu diesem Bordell ohne Sexualpartner aus Fleisch und Blut entstand vor etwa einem Jahr, erzählt Abelmann: „Ich habe in einem Bericht gesehen, dass diese Puppen immer beliebter werden, gerade im Ausland.“ Er habe vermutet, dass auch hierzulande viele Menschen neugierig seien, aber nicht das Geld oder den Platz für eine eigene Puppe hätten.

 

Quelle: Facebook/Dollhaus-Speyer

Eine „Real Doll“ ist eine lebensgroße, auf ein bewegliches Metallskelett gegossene Sillikonfigur. Von der Körperform über die Hautfarbe bis zur Frisur kann sich der Käufer die äußerlichen Attribute nach seinen Wünschen zusammenstellen, der Preis der ungefähr 45 Kilogramm schweren (Sex-)Spielzeuge liegt je nach Qualität im mittleren vierstelligen Bereich.

Befeuert durch die immer realer wirkenden Körper haben sich die Puppen zu einem weltweiten Phänomen entwickelt: Das ebenfalls kürzlich eröffnete erste Puppenbordell Italiens ist nach eigenen Angaben auf Wochen ausgebucht, im texanischen Houston rief ein „Real Doll“-Geschäft, in dem die Ware auch getestet werden konnte, sogar den Gesetzgeber auf den Plan: Das Geschäft wurde als Bordell eingestuft und verboten.

In Deutschland gab es laut Abelmann bisher nur in Dortmund ein vergleichbares Etablissement, hier würden die Puppen aber lediglich als Ergänzung zur „normalen“ Prostitution angeboten. Damit will der 32-Jährige, der vorher im IT-Vertrieb arbeitete, jedoch nichts zu tun haben: „Neben jenen, für die es ein Fetisch ist, kommen zu mir eher die Leute, die von der Prostitution enttäuscht sind, weil sie sich dort schnell abgefertigt fühlen“, sagt Abelmann. Viele mache die Entwicklung und deren Möglichkeiten aber auch schlichtweg neugierig.

Bezahlt wird nach Zeit

Fünf verschiedene Puppen hat der Unternehmer im Speyerer Gewerbegebiet im Angebot. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Bordell bezahle der Kunde bei ihm keine einzelnen Leistungen, sondern lediglich eine gewisse Zeit. Was er dann mit den Puppen tue, „geht mich nichts an“, sagt Abelmann. Anschließend würden die Puppen aufwendig gereinigt, desinfiziert und gegebenenfalls neu geschminkt.

Der Unternehmer sieht durchaus Wachstumspotenzial und blickt optimistisch in die Zukunft. Neue Technologien wie Virtual-Reality-Brillen oder künstliche Intelligenz würden das Erlebnis mit den „Real Dolls“ über kurz oder lang revolutionieren, glaubt er. Seinen Gewinn möchte er zunächst in weitere Puppen reinvestieren.

Die neue Geschäftsidee bringt auch Gegenwind mit sich. Abelmann berichtet, schon vor seiner Eröffnung habe ihm eine Frauenrechtlerin auf seine Homepage geschrieben, er propagiere mit seiner Tätigkeit ein negatives und falsches Frauenbild, und seine Vermieterin habe ihm die Beschilderung am Gebäude untersagt.

Abelmann sagt, das Geschäft sei trotzdem gut angelaufen. Zwischen fünf und sieben Kunden kämen täglich in sein Puppenhaus.

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