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Dienstag, 23. Oktober 2018 Drucken

Speyer

Speyer: Niedrigwasser auf dem Rhein [mit Bildergalerie]

Speyerer Rheinpegel so niedrig wie seit über 15 Jahren nicht – Schiffe vor Anker

Von Patrick Seiler

Wenig Wasser im Rhein: Dieser Landeplatz bietet sich Kormoranen normalerweise nicht.

Wenig Wasser im Rhein: Dieser Landeplatz bietet sich Kormoranen normalerweise nicht. ( Foto: Lenz)

Es ist nicht der absolute Tiefstand, aber so wenig Wasser wie aktuell war seit mehr als 15 Jahren nicht mehr im Rhein bei Speyer: Bei 1,71 Meter stand der Pegel am Montag. Auswirkungen gibt es längst, dabei ist Speyer kein Nadelöhr für Schiffe.

Maxau im Süden und Kaub rheinabwärts sind die Anhaltspunkte für die meisten Rheinschiffer, die bei Speyer eine vergleichsweise komfortable Fahrrinne vorfinden. Die zu normalen Zeiten garantierten 2,10 Meter sind es aber auch dort nicht mehr, so Kai Burkart von der Speyerer Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtamts Mannheim. Er hat in gut 100 Jahren Aufzeichnung zum Speyerer Pegel acht Ereignisse vermerkt, bei denen das Wasser unter 1,78 Metern stand. Niedrigster bekannter Wasserstand seien die 1,54 Meter vom 4. Januar 1954. Gut 40 Mitarbeiter hat das Amt in Speyer, die vergangene Woche unter anderem mit einer Havarie bei Römerberg beschäftigt waren. Dort werde immer noch an der Fahrrinne gebaggert, und dort sei die Schifffahrt immer noch eingeschränkt, so Burkart auf Anfrage.

Kiesbett sichtbar

Für das Personal habe das seit Wochen andauernde Niedrigwasser auch etwas Gutes: Inzwischen sei so viel Kiesbett sichtbar, dass zu normalen Zeiten unter der Wasseroberfläche liegende Einlaufbauwerke etwa für Oberflächenwasser ohne Taucher inspiziert werden könnten. „Die waren 15, 16 Jahre nicht zu sehen gewesen. Unsere Leute sind unterwegs, um sie zu fotografieren“, berichtet Burkart. Seine Speyerer Außenstelle ist vom Berghäuser Altrhein bis Frankenthal zuständig.

„Es sind weniger Schiffe unterwegs, und sie können weniger laden“, sagt Fatih Sanli mit seinem Überblick als Hafenmeister der Verkehrsbetriebe Speyer (VBS). Der Ölhafen könne zwar angesteuert werden, aber das rentiere sich für immer weniger Kapitäne und auch für immer weniger Kunden, weil die Frachtkosten pegelbedingt extrem gestiegen seien. Zwei Schiffe seien daher im Speyerer Hafen in Ruheposition. Anlegestellen seien begehrt.

Stornierungen bei Kreuzfahrten

Auswirkungen hat die Situation auch auf die zwei von Sanli verwalteten Kreuzfahrt-Anleger der VBS: Es gingen viele Stornierungen ein. Von den 59 Buchungen für den Oktober seien bereits 27 storniert worden, andere könnten bis zum Wochenende hinzukommen, da keine Besserung in Sicht sei. Die Reedereien könnten ihre Kreuzfahrten nicht wie geplant durchziehen. Auch hier gelte: An Speyer liege es nicht. Und: Sie hätten vorab bezahlt, so dass bei den VBS kein Schaden entstehe.

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