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Dienstag, 15. Januar 2019 Drucken

Speyer: Kultur Regional

Mit barocker Musik ins neue Jahr

Konzert mit dem Streicher-Ensemble „Tempesta die Musica“ im Remigiushaus in Otterstadt

Von Andrea Doelle

Spielt Hits und Raritäten: das Ensemble „Tempesta die Musica“.

Spielt Hits und Raritäten: das Ensemble „Tempesta die Musica“. ( Foto: Lenz)

In einem Neujahrskonzert begeisterte am Sonntag im Remigiushaus in Otterstadt das Streicher-Ensemble „Tempesta die Musica“, übersetzt „Sturm der Musik“, mit festlicher Musik des Barock die Zuhörer im voll besetzten Remigiushaus begeistert. Das Programm enthielt Bekanntes, wahre Hits der Klassik, und Unbekanntes, mit dem sich die Begegnung lohnt.

Das Ensemble aus elf Musikern – sechs Violinen, zwei Bratschen, Cello, Kontrabass und Cembalo – leitet Felicitas Laxa. Ebenso wie einige ihrer Kollegen gehört sie zur Deutschen Staatsphilharmonie und ist geschult in historischer Aufführungspraxis. Das Ensemble spielte auf Nachbauten barocker Instrumente.

Zu den eher unbekannten Schätzen zählte das Eröffnungsstück in D-Dur von Evaristo Dall`Abaco. Es hätte dem Ensemble seinen Namen geben können, so stürmisch und lebhaft riss es die Zuhörer hin. Evaristo Dall`Abaco wurde 1675 in Verona geboren, kam aber später als Kammermusiker nach München in die Dienste des Kurfürsten Max Emanuel. Wenn der Musiker auch nicht durchgehend in dessen Diensten blieb, war seine Karriere doch immer wieder mit dem Herrscher verflochten. Er lernte früh den französischen Stil kennen und war infolge des Spanischen Erbfolgekriegs mit ihm in Brüssel und Mons, ehe beide wieder nach München zurückkamen, wo Dall’Abaco 1742 auch starb.

Arcangelo Corellis Concerto „Fatto per la notte di Natale“ (gemacht für die Weihnachtsnacht) ist das bekanntere Stück eines Komponisten, der zu seiner Zeit ein großer Star war. Mit seinem Wiegenlied-Rhythmus passt das achte Konzert aus op. 6 so recht in die ausgehende Weihnachtszeit.

Corelli hatte großen Anteil an der Entwicklung der Gattung des Concerto grosso, bei dem eine Solistengruppe der größeren Orchestergruppe gegenüber steht. Eine Ahnung dieser Technik bekamen die Zuhörer, wenn die beiden Gruppen von je drei Violinen jeweils die Melodie der andern Gruppe aufnahmen und wieder zurück spiegelten. Noch in einem zweiten Concerto grosso von Corelli nach der Pause waren die Solisten die drei Violinisten Felicitas Laxa, Katrin Fischer und Hiroaki Furukawa.

In Bachs Konzert für zwei Violinen und Orchester in d-moll spielten Katrin Fischer und Hiroaki Furukawa die Soli. Das Concerto Pastorale (Hirtenkonzert) von Johann Melchior Molter bringt volksliedhafte Melodien und spielt mit Echo-Effekten. Molter stammte aus Thüringen und war bereits in jungen Jahren zur Markgräflich Badischen Hofkapelle nach Karlsruhe gekommen.

Der „Winter“ aus Antonio Vivaldis „Jahreszeiten“ setzte die Leiden (das Zittern vor Kälte) und die Freuden (etwa das Eislaufen) – des Winters musikalisch um, mit Felicitas Laxa als großartiger Solistin.

Ein letzter Höhepunkt des Konzerts war Johann Sebastian Bachs dritte Ouvertüre in D-Dur mit – wieder ein Stück aus der Klassiker-Hitliste – dem berühmten Air als zweitem Satz.

Der Beifall in Otterstadt wollte kaum enden und war wohlverdient.

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