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Mittwoch, 01. August 2018 Drucken

Speyer

Ganz flexibel zum Vorzeige-Abi

Persönlich: Monika Sebastian ist eine der ersten Absolventinnen von „Abitur-Online“ am Pfalz-Kolleg – Für sozialen Einsatz geehrt

Von Aline Großstück

Zufrieden mit ihrer Entscheidung für das Abi mit 27 Jahren: Monika Sebastian.

Zufrieden mit ihrer Entscheidung für das Abi mit 27 Jahren: Monika Sebastian. ( Foto: Lenz)

Sechs Schüler des Pfalz-Kollegs und -Abendgymnasiums Speyer haben im Juni als erster Jahrgang das „Abitur-Online“ bestanden. So auch Monika Sebastian aus Haßloch. Für ihr schulisches und ihr soziales Engagement ist sie zudem 2017 mit dem Friedrich-Magnus-Schwerd-Förderpreis ausgezeichnet worden.

2016 entschied sich Monika Sebastian noch einmal die Schulbank zu drücken und ihr Abitur nachzuholen. Bekannte, die durch Flugblätter und Zeitungsartikel von dem Angebot erfahren hatten, hätten sie auf das Abitur-Online am Pfalz-Kolleg aufmerksam gemacht, erzählt sie. Begonnen hat ihre schulische Laufbahn in Edenkoben. Nach dem Besuch der Realschule wechselte sie ans Käthe-Kollwitz-Gymnasium Neustadt. Schnell merkte sie, dass sie erst einmal andere Pläne hat. „Nach einem halben Jahr habe ich gemerkt, dass ich noch keine Lust auf Abitur habe“, so die gebürtige Landauerin. Sie entschied sich eine Ausbildung zu machen. Als Rechtsanwaltsfachangestellte sammelte sie zunächst zwei Jahre Berufserfahrung, dann arbeitete sie in der Firma ihres Vaters, einem Hersteller von Blockheizkraftwerken, mit. Sie übernimmt Bürotätigkeiten und führt Kundengespräche. Der Wunsch, sich weiterzubilden, wurde dennoch stärker.

„Irgendwann habe ich mich entschieden, noch etwas in schulischer Hinsicht weiterzumachen und habe das Pfalz-Kolleg für mich entdeckt“, sagt sie. „Lernen – wann und wo ich will“ – so wirbt die Einrichtung für ihr Abitur-Online. Genau das Richtige für Sebastian, die für ihr Abitur ihren Job nicht komplett aufgeben wollte. „Ich habe das einfach gebraucht, dass ich nicht diese festen Unterrichtszeiten habe“, so die 27-Jährige. Mit zwei Tagen Unterricht in der Woche zuzüglich dem Samstag in der Prüfungsphase, ließen sich Beruf und Schule laut Sebastian gut vereinbaren. Besonders gefällt ihr, dass sie ihre Lernphasen flexibel einteilen kann. So habe sie parallel den Dienst am Kundentelefon übernehmen können.

Das selbstständige Lernen für Klausuren und Vorbereiten ihrer Schulfächer machte Sebastian nichts aus. Im Gegenteil, sie sah es positiv und als Vorbereitung für die Uni. Schwierigkeiten, wieder in den Lernprozess zu kommen, hatte sie auch nicht: „Wir hatten ein Einstiegshalbjahr, welches mir geholfen hat, wieder an die Schule und das Lernen herangeführt zu werden.“ Solange man einen Internetzugang und einen Zugriff zur Lernplattform habe, habe man mehr Freiheit als bei einer Schulausbildung, betont sie. Sie empfiehlt das Abitur-Online weiter und lobt die individuelle Betreuung seitens der Lehrer.

Neben ihrem Beruf und dem Abitur engagiert sich Sebastian im sozialen Bereich. Sie berichtet: „Ich bin Trainerin für Leistungsturnen und allgemeines Mädchenturnen, gebe Reitstunden und Nachhilfe.“ Anderen zu helfen und sich zu engagieren, war für Sebastian nicht preisverdächtig. Das sahen ihre Lehrer und die Leitung des Pfalz-Kolleg anders: Dass sie für den Schwerd-Preis vorgeschlagen wurde, hat sie sehr gefreut. „Ich habe nicht damit gerechnet, finde es aber gut, dass durch so einen Preis Menschen gefördert werden“, sagt sie.

Das Abitur ist geschafft. Nun stehen Bewerbungen an für die Uni. BWL oder Rechtswissenschaften könnte es werden. Der soziale Aspekt liegt Sebastian auch da am Herzen. „Menschenrechte finde ich ein spannendes Gebiet und könnte mir vorstellen, dies in mein Studium zu integrieren“, sagt sie. Sie will als Trainerin aktiv bleiben und ihre Freizeit nutzen, um mit ihrem Hund spazieren zu gehen oder ihren Hobbys, wie Joggen, Radfahren und Wandern, nachzugehen.

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