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Mittwoch, 12. Februar 2020 Drucken

Speyer

Eine unerfreuliche Nacht in der Speyerer Notaufnahme

Von Patrick Seiler

Fachpersonal erforderlich: Krankenfahrt.

Fachpersonal erforderlich: Krankenfahrt. (Foto: dpa)

Einen Alptraum hat eine 95-jährige Speyererin in der Nacht auf Samstag in der Notaufnahme im St.-Vincentius-Krankenhaus erlebt. Ihre Behandlung war nach einem Sturz abgeschlossen, aber sie wurde erst nach einem halben Tag zurück ins Salier-Stift gebracht.

Für eine jüngere Person könnte das verkraftbar sein, für eine 95-Jährige sei es unzumutbar, beklagt Gabriele Henne, ihre Betreuerin mit Vorsorgevollmacht. „Sie war gestürzt und abends am Arm genäht worden. Danach musste sie die ganze Nacht auf einer Trage in der Notaufnahme liegen. Sie hat sich eingenässt, furchtbar geschämt. Dafür ist eine Notaufnahme nicht da, das sind keine Zustände“, so Henne. Erst morgens um 7.30 Uhr sei sie in ihr Zimmer im wenige 100 Meter entfernten Heim gebracht worden. Als Grund sei mitgeteilt worden, dass zuvor kein Fahrdienst zur Verfügung gestanden habe – und dass das in Speyer keine Seltenheit sei, wie Henne sagt.

Bernhard Fischer, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, darf zum konkreten Fall keine Angaben machen. Er antwortet allgemein: Eine Krankenfahrt etwa beim Rücktransport von ambulanten bettlägerigen Notfällen werde vom Krankenhaus über die Integrierte Leitstelle Ludwigshafen angefragt. „Dies erfolgt, alsbald abzusehen ist, dass die Behandlung beendet ist.“ Die Leitstelle sei vom Innenministerium mit der Koordination beauftragt und schicke so schnell wie möglich eine entsprechende Beförderungsmöglichkeit an die Klinik. „Einen Einfluss auf die Dauer bis zum Abtransport haben wir nicht“, berichtet Fischer aus Sicht des Krankenhauses.

Personal im Rettungsdienst fehlt

Der Verwaltungsdirektor stellt heraus, dass Patienten in der Wartezeit selbstverständlich eine Verpflegung angeboten werde. „Die Patienten warten in unseren Behandlungszimmern auf den Abtransport.“ Leider sei es in Speyer seit geraumer Zeit so, dass der Rettungsdienst keine ausreichende personelle Besetzung anbieten könne. Fischer: „Somit können auch nicht alle Fahrzeuge zu allen Zeiten besetzt werden. Folge kann sein, dass Patienten auf den Transport länger warten müssen.“ Krankenfahrten könnten bei verschiedenen Diensten angefordert werden, spätestens wenn kein anderer verfügbar sei, komme die Rettungsdienst Vorderpfalz GmbH des Roten Kreuzes in Ludwigshafen ins Spiel. Bei dieser wisse er konkret von dem Mangel an qualifiziertem Personal, so Fischer. Die GmbH hat eine RHEINPFALZ-Anfrage dazu am Donnerstag nicht beantwortet.

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