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Freitag, 07. Juli 2017 Drucken

Speyer

Alla-hopp-Anlage in Speyer: Der große Test

Von Silvia Sebastian

Macht in jedem Alter Spaß: Samuel (8, hinten) und Jonathan (10) drehen gemeinsam mit Opa Franz das Karussell, während Oma Christel (vorne) und Großtante Rita sich festhalten und lachen.

Macht in jedem Alter Spaß: Samuel (8, hinten) und Jonathan (10) drehen gemeinsam mit Opa Franz das Karussell, während Oma Christel (vorne) und Großtante Rita sich festhalten und lachen. ( Foto: Lenz)

Vor einer Woche ist der Alla-hopp-Spielplatz in der Dr.-Eduard-Orth-Straße eröffnet worden. Rund zwei Millionen Euro hat das Projekt gekostet.

„Jetzt versteh’ ich, wofür der ganze Beton hier ist“, ruft Rita Welsch plötzlich, als eine Gruppe Jugendlicher sich geschickt am Hindernislauf aus Beton- und Metallelementen versucht. „Ich hab gedacht, mich trifft der Schlag, als ich vorhin auf den Platz gekommen bin und den vielen Beton gesehen hab’.“ Nun schaut die 64-Jährige den Jugendlichen gemeinsam mit Schwester Christel (63) und Schwager Franz Welsch (66) von einem schattigen Plätzchen aus zu. Samuel (8) und Jonathan (10) haben sich schon längst unter die Jugendlichen gemischt: Sie wollen das auch probieren.

Gestaltung und Vielseitigkeit

Die Gestaltung des Platzes und die Vielseitigkeit des Spieleangebots erntet am Ende des Testlaufs viel Lob von den Erwachsenen – von den Kindern sowieso –, auch wenn einige Elemente der Anlage anfangs Rätsel aufgegeben haben. Etwa, was „diese Drahtkisten da oben“ sollen. Christel Welsch meint ein Arrangement aus Gitterboxen, die auf einem blauen Container voller roter Kletterseile angebracht sind. Samuel und Jonathan wissen sofort, was damit zu tun ist. Flink klettern sie über und unter den Boxen in die „Räume“, wie sie sagen, bis sie an einem Kasten angekommen sind, den sie spontan als „Balkon“ betiteln. Kinder können ihrer Fantasie auf dem Gelände freien Lauf lassen.

„Mir gefällt der Platz hier gut, weil viele naturbelassene Bereiche erhalten sind“, sagt Rita Welsch, während ihre Schwester mit den Enkeln die Infotafel „Lebensräume in der Natur“ betrachtet. Die naturbelassenen Bereiche an den Rändern des Platzes, die neben Schatten auch fantasievolle Rückzugs- und Entdeckungsräume bieten, fallen aber erst auf den zweiten Blick auf.

Auf den ersten Blick dominieren auf den 6300 Quadratmetern die freien Flächen: das Parcours-Gelände, das neben Jugendlichen auch Kleinkinder und Eltern magisch anzuziehen scheint; der Grashügel, der mit Balken, Mulden und Gitterboxen bestückt zum Klettern einlädt. Der Sand-Bereich ist für Kleinkinder besonders interessant, aber die Steine, die Wasser spritzen können, oder die Betonröhre, die von außen eine Art Kletterwand ist, zieht sämtliche Altersgruppen an.

Taugt für Jung und Alt?

Interaktionschancen zwischen den Generationen bietet das Karussell, das Samuel und Jonathan mit Begeisterung immer schneller drehen lassen. In der Fitness-Zone finden die Kinder manche Geräte zwar „langweilig“, aber wenn sie die mit Oma oder Opa gemeinsam benutzen können, sind sie begeistert dabei. An anderen Stellen scheint die Begeisterung der Kinder die Großeltern zu animieren: Oma turnt gemeinsam mit Enkel Jonathan am Reck, Großtante Rita versucht sich unter den wachsamen Augen der Kinder an Trampolin und Drehscheibe, und selbst Opa überlegt für einen Moment, den Enkeln auf einen Baumstamm hinterher zu klettern. „Das generationenübergreifende Konzept wird hier gelebt“, resümiert Rita Welsch nach gut zwei Stunden auf dem Platz. „Und es ist schön, den Kindern beim Springen zuzuschauen“, sagt Christel Welsch.

Sicherheit

Mit der Qualität der Anlage und der Sicherheit ist Opa Welsch zufrieden: „An Baustoffen und der Qualität wurde nicht gespart.“ Die Paletten unter dem Pavillon sind gehobelt, lasiert und verschraubt, im Parcours- und Kletterbereich ist weicher Boden verbaut, und der Kantenbruch an den Betonplatten mindere die Verletzungsgefahr, die bei diesem Sport nun einmal bestehe. Ein Lob hat er auch für die Arbeiter der Stadt, die sich heute um die Pflanzen der Anlage kümmern: „Einer hat mir erzählt, dass sie jeden Morgen um 6 Uhr einen Blick auf die Fitness- und Spielgeräte werfen, ob noch alles in Ordnung ist.“

Sauberkeit

Eine Woche nach Eröffnung ist die Sauberkeit nach wie vor auffällig. Hier und da liegt ein Taschentuch, eine Kekspackung. Mülleimer gibt es genug, aber an diesem heißen Tag ziehen sich viele in den Schatten des großen Pavillons zurück, in dessen unmittelbarer Nähe ein Mülleimer fehlt. Auf dem Naturpfad findet Samuel einen Hundehaufen. Das müsste nicht sein: Eine Säule mit Plastiktüten zum Entsorgen von Hundekot ist an dem Weg aufgestellt, der am Sportplatz vorbeiführt. Toiletten für die Gäste gibt es natürlich auch. An diesem Morgen sind sie in einwandfreiem Zustand.

 

Was fehlt?

„So etwas wie einen Rasensprenger oder irgendwas mit mehr Wasser“, sagt Jonathan prompt. „Aus den größeren Betonwänden könnte man eine Kletterwand machen“, schlägt Samuel für den Parcours vor. „Vielleicht ein Kneipp-Becken“, überlegen die Erwachsenen. Aber auch ohne all das: Dass sie wieder nach Speyer auf den Hopp-Platz kommen wollen, darin sind sich alle Tester einig.

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