Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Windräder-Pläne: Ortsvorsteher sieht Jägersburger Weiher in Gefahr

Auch auf der Weißen Trisch können jetzt weitere Windräder hin. Der Platz zwischen Einöd und Kirrberg ist einer von acht in Hombu
Auch auf der Weißen Trisch können jetzt weitere Windräder hin. Der Platz zwischen Einöd und Kirrberg ist einer von acht in Homburg, die der Stadtrat nun für Windenergie ausgewiesen hat.

Um Homburg gibt es nun acht zusätzliche Flächen, wo Windräder Platz finden könnten. Der Jägersburger Ortsvorsteher sieht durch die Pläne den Weiher in Gefahr.

Der Homburger Stadtrat hat acht weitere Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen. Diese mussten her, weil die bereits ausgewiesenen Flächen wahrscheinlich nicht reichen werden, sagt die Stadt. Homburg muss laut der Landesregierung nämlich 1,65 Prozent seiner Fläche – das entspricht 136 Hektar, oder anders gesagt: mehr als 194 Fußballfelder – für Windkraftanlagen reservieren. Hintergrund sind die Ausbauziele, die sich die Bundesregierung vorgenommen hat: Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 Prozent steigen.

Die Gebiete, die der Stadtrat mehrheitlich mit dem Teilflächennutzungsplan beschlossen hat, befinden sich Westlich des Berghofs und am Weizenäcker in Einöd, Auf der Weißen Trisch in Kirrberg, Am Störzenbühl sowie an der Suppenschüssel in Bruchhof-Sanddorf, am Gutenbrunner Tal in Wörschweiler, am Reiskircher Dick in Reiskirchen, oder im Leimenkaut in Jägersburg.

Ortsvorsteher: „Weit über 80 Hektar Wald müssen abgeholzt werden“

Ob dort auch tatsächlich Windräder errichtet werden, steht noch in den Sternen. Denn erst müssen potenzielle Investoren durch Prüf- und Genehmigungsverfahren. Dass die Fläche am Leimenkaut ganz in der Nähe des Jägersburger Weihers ausgewiesen worden ist, schmeckt dem Ortsvorsteher Philip Vollmar (CDU) gar nicht. 80 Hektar seien direkt am Naherholungsgebiet geplant. Das Areal, das für die Windräder weichen muss, würde aber noch wesentlich größer: Es brauche noch Zäune um die Windräder herum, Wege, Leitungen, und, und, und.

„Wir gehen am Ende von einer sehr großen Fläche, weit über diesen 80 Hektar Wald aus, die am Ende abgeholzt werden müssen“, sagt Vollmar. Das sei auch für die Anwohner, die Wohnqualität, Pflanzen und Tiere, die im Wald wohnen – Fledermäuse, Frösche – „ein riesiges Problem“. Wenn die Stadt Bexbach ihre Windräder auch noch baut, „haben wir plötzlich 100 oder 110 Hektar“, fürchtet er.

Ortsrat lehnte Pläne einstimmig ab

„Das Naherholungsgebiet ist eines der Aushängeschilder im ganzen Stadtgebiet. Wir haben Tausende von Besuchern, die zu jeder Jahreszeit um die Weiher spazieren gehen.“ In den letzten 15 Jahren sei ein zweistelliger Millionenbetrag in den Weiher gesteckt worden, schätzt Vollmar. Er sieht „diese positive Entwicklung“ durch die Windkraft-Planungen „massiv gefährdet“.

Da die Windräder laut den Planungen westlich des Jägersburger Weihers stehen würden, würden sie zudem gerade im Frühjahr und im Herbst, wenn die Sonne tief steht, extrem lange Schatten werfen, die sogar bis weit auf den Weiher reichen können, erklärt der Ortsvorsteher. Auch wegen des Lärms, den die Windräder verursachen, macht er sich im Naherholungsgebiet Sorgen. Der CDU-Mann betont, dass er erneuerbare Energien für wichtig hält – „aber es gibt mehrere Dinge, die man beachten muss“. Der Jägersburger Ortsrat hatte in seiner Sitzung – vor der des Stadtrats – die Pläne einstimmig abgelehnt.

Lieber bestehende Gebiete ausbauen als neue schaffen

Er findet, dass die Landesregierung bei ihren Plänen einen Fehler gemacht hat. Diese habe „per Gießkanne“ jeder Stadt und Gemeinde bis zu zwei Prozent der Fläche aufgetragen, um dort Windenergie zu bauen. „Das halte ich für falsch. Denn wir haben in unmittelbarer Nähe zu Jägersburg – sei das jetzt in Bexbach-Höchen oder Martinshöhe – ja schon Windenergiegebiete, die auch deutlich bessere Standorte bieten.“ Unter anderem, weil sie höher lägen und so mehr Wind abfangen könnten. Vollmar findet, man hätte lieber diese Gebiete stärken und ausbauen sollen, wo es bereits Windräder gibt.

Vor Jahren hatte die Stadtverwaltung der Landesregierung ein Konzept für Photovoltaikanlagen vorgelegt; dieses Konzept sei bis heute weder geprüft noch genehmigt. „Wenn wir über erneuerbare Energien reden, würde ich auch behaupten, dass eine Photovoltaik-Anlage weniger Lärm- oder Sichtbelastung bringt als so ein Windrad.“

Vollmar hofft, dass die Stadtverwaltung im Aufstellungsverfahren in die Prüfung geht und erkennt, dass die Fläche um den Jägersburger Weiher kein geeigneter Platz für Windräder ist. Dazu möchte er Gespräche mit der Verwaltung führen. Verhindern, sagt er, könne er die Pläne aber nicht. Lediglich auf die Folgen fürs Naherholungsgebiet hinweisen. Er habe als Jägersburger Ortsvorsteher lediglich für „seinen“ Ort die Perspektive.

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