Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wie ein junger Start-up-Gründer den Vertrieb umkrempeln möchte

Alexander Schöneseiffen (32) ist Gründer des Saarbrücker Start-ups ZopaAI und kam schon mit 20 Jahren mit KI in Kontakt.
Alexander Schöneseiffen (32) ist Gründer des Saarbrücker Start-ups ZopaAI und kam schon mit 20 Jahren mit KI in Kontakt.

Das Saarbrücker Start-up ZopaAI möchte einer der führenden Anbieter in Sachen Vertriebssoftware werden. Wie der Gründer das schaffen will und schon 20 Mitarbeiter hat.

„Wir wollen ein führender Anbieter einer unabhängigen Vertriebslösung in Europa werden“, sagt Alexander Schöneseiffen, Chef und Gründer des Saarbrücker Start-ups ZopaAI selbstbewusst. Im Sommer 2025 hat er das Unternehmen gegründet. Mit einer Kombination aus Forschungsexpertise und Gründergeist möchten der 32-Jährige und sein Team dabei auch beweisen, wie gut sich Forschungserkenntnisse in wirtschaftliche Anwendungsfälle übertragen lassen.

Als Alexander Schöneseiffen mit 20 Jahren bei einem dualen Studium bei der Telekom im Stab des Vorstandsvorsitzenden Tim Höttges landete, setzte er sich zwangsläufig früh mit dem Thema Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) auseinander. „Schon damals wurde viel über das Thema digitale Souveränität gesprochen, und wie Deutschland im Rennen mit Ländern wie China und den USA mithalten kann“, erinnert sich der heute 32-Jährige, der ursprünglich aus Bonn stammt. In der Folge habe ihn das Thema nicht mehr losgelassen, weshalb er auch an der Saar-Uni in Saarbrücken weiter an dem Thema forschte und sich in seiner Doktorarbeit mit Geschäftsmodellen im Kontext mit KI befasst hat.

Risiken und zwei Säulen

Entstanden sei daraus mithilfe der Saar-Uni und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) schlussendlich das Software-Start-up ZopaAI. Was macht das Start-up genau? Mit einer auf Unternehmenskunden fokussierten Vertriebslösung möchten Alexander Schöneseiffen und sein Team ihre Kunden in drei Aspekten unterstützen: Umsatzwachstum, Preisoptimierung und Risikominderung. Das Geschäftsmodell besteht dabei aus zwei Säulen. Zum einen richtet sich das Produkt an Vertriebsmitarbeiter, die sich beispielsweise in Verhandlungen mit Kunden befinden.

Über die Software können die Mitarbeiter zum Beispiel sehen, bei welchen Unternehmen sie den Preis erhöhen könnten oder wo das Volumen gesteigert werden kann. Zum anderen soll das Produkt zur strategischen Entscheidungsfindung der Unternehmensführung genutzt werden. So kann der Geschäftsführer mithilfe der Software in verschiedenen Ansichten beispielsweise alle Potenziale und Risiken über mehrere Kunden hinweg erkennen und unternehmerische Entscheidungen daraus ableiten.

Vertrauen muss sein

Ziel sei es dabei, keine wie im Vertrieb übliche reine Prozessautomatisierungssoftware zu bieten, sondern zur strategischen Entscheidungsfindung im Unternehmen beizutragen. Die KI verwendet dafür sowohl interne Daten des Kunden als auch relevante externe Daten, wie etwa über Wettbewerber, Marktentwicklungen oder politische Rahmenbedingungen.

Da es sich dabei um sensible Daten handele, sei es besonders wichtig, ein vertrauenswürdiges europäisches Produkt zu entwickeln, erklärt Schöneseiffen. Deshalb habe man die Software gemeinsam mit der Expertise des DFKI entwickelt, das bereits seit Jahrzehnten in dem Bereich forscht und europaweit zu den besten Instituten in dem Bereich gehöre. Auch darüber hinaus sei man im regen Austausch mit der Universität, zu dem etwa die Expertise des Cispa-Zentrums für Informationssicherheit gehört. Das Zentrum hat ebenfalls seinen Sitz auf dem Campus der Saarbrücker Uni.

Unternehmen an der Börse sind Kunden

„Unser Produkt ist daher auch ein Beispiel dafür, wie man aus fundierter Forschung eine reale, wirtschaftliche Anwendung entwickeln kann“, sagt der Gründer. Damit scheint er Erfolg zu haben: Laut Unternehmensangaben nutzen Firmen, die an der Börse sind, bereits das Produkt des Start-ups und sind dessen Kunden.

Nach einem Jahr arbeiten im Start-up 20 Mitarbeiter an zwei Standorten. Um schneller wachsen zu können und mit der Nachfrage Schritt zu halten, gibt es neben Saarbrücken auch in Köln eine Niederlassung. Langfristig will Alexander Schöneseiffen so seinem Ziel, Europas führender Anbieter in dieser Branche zu werden, Stück für Stück näherkommen, sagt er.

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