St. Ingbert RHEINPFALZ Plus Artikel Wie 3000 Besucher Einblicke in Weltraummission bekommen

Die Moderatoren Sina Kürtz und Jan machen mit den Kindern Experimente und vermitteln ihnen Wissen rund um den Weltraum.
Die Moderatoren Sina Kürtz und Jan machen mit den Kindern Experimente und vermitteln ihnen Wissen rund um den Weltraum.

Gerade sind die Astronauten der „Artemis II“-Mission vom Mond auf dem Rückweg zur Erde. Wie ist das so, im Weltall? Das konnten 3000 Besucher in St. Ingbert erleben.

Eine faszinierende „Zeitreise in die Zukunft“ erlebten über 800 Besucher am vergangenen Dienstag in der Stadthalle St. Ingbert. Die Raumfahrtshow des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bot ein abwechslungsreiches Programm aus Wissenschaft, Unterhaltung und interaktiven Elementen – besonders zugeschnitten auf Kinder, aber ebenso spannend für Erwachsene. An zwei Tagen hat das DLR die Show fünfmal aufgeführt – vor insgesamt 3000 Besuchern.

Bereits der Auftakt machte neugierig: Ein kurzer Film stimmte das Publikum auf die Reise in die Zukunft ein. Im Anschluss betraten die Moderatoren Sina Kürtz und Jan die Bühne. Mit ihrer lebendigen, kindgerechten Art erinnerten sie an bekannte Formate wie die KiKa-Sendung „Wissen macht Ah!“ und schafften es, auch komplexe Themen einfach und verständlich zu erklären. Unterstützt wurden sie von einer besonderen Figur: Holly, ein Computer mit Gesicht, der als sympathischer Roboter durch die Show führte. Immer wieder erschien Holly auf der Leinwand und präsentierte Bilder und Videos aus möglichen Zukunftswelten. Darunter Visionen von Weltraumhotels und innovativen Flugzeugen mit elektrischen Antrieben.

Gemeinsamer Countdown zum Raketenstart

Ein Höhepunkt war der gemeinsame Countdown zum Raketenstart. Die Moderatoren animierten das Publikum mitzuzählen, bevor ein lauter „Start“ folgte. Kinder schrien begeistert, während Erwachsene lachend die mitreißende Atmosphäre genossen. Begleitet wurde dieser Moment von Licht- und Bühneneffekten, die an ein kleines Feuerwerk erinnerten.

Die Show wurde immer wieder durch kurze Filme ergänzt, die Bilder von Astronauten und der Erde aus dem All zeigten. So bekamen die Besucher einen realistischen Eindruck davon, wie es im Weltall aussieht und wie Raumfahrt funktioniert. Besonders anschaulich und unterhaltsam waren die Experimente. Ein Seifenblasenversuch sorgte für große Begeisterung: Während auf der Bühne riesige Seifenblasen erzeugt wurden und Kinder staunend: „Boah!“ riefen, zeigte ein Einspieler mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst, wie sich Seifenblasen in der Schwerelosigkeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) verhalten. Dort bleiben sie besonders stabil – ein anschauliches Beispiel für die Unterschiede zwischen Erde und All.

Kein zweiter Lebensraum für Menschen auf dem Mars

Neben solchen Experimenten wurden auch spannende Fakten vermittelt: Die ISS umrundet die Erde etwa alle 90 Minuten. Dadurch erleben Astronauten bis zu 16 Sonnenaufgänge pro Tag. Interaktive Elemente sorgten zusätzlich für Unterhaltung. Bei einer Übung sollten die Besucher gleichzeitig mit der Hand Kreise in eine Richtung und mit dem Fuß in die andere Richtung zeichnen. Schnell wurde klar, wie schwierig diese Koordinationsaufgabe ist; im Saal war ein kollektives Stöhnen und Lachen zu hören, da es kaum jemand schaffte.

Ein weiterer Schwerpunkt der Show lag auf dem Mars. Bilder zeigten seine Entwicklung von früher bis heute: Einst möglicherweise wasserreich, ist er heute trocken und lebensfeindlich. Ob es dort früher Leben gab, müssen zukünftige Astronauten erst noch herausfinden. Roboter Holly präsentierte dazu Zukunftsvisionen mit Kuppelbauten auf dem Mars, in denen Pflanzen angebaut werden könnten. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich betont: Der Mars kann kein zweiter Lebens(t)raum für die Menschheit werden. Die zentrale Botschaft lautete daher, die Erde zu schützen und nachhaltig mit ihr umzugehen.

Zwei Kinder wagen Wärmebild-Experiment

Passend dazu stellte Holly weitere Innovationen vor, etwa Flugzeuge mit E-Motoren, die helfen sollen, den Schadstoff-Ausstoß zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen zogen sich als roter Faden durch den Abend. Auch moderne Technik wurde greifbar gemacht. Mithilfe einer Wärmebildkamera konnten zwei Kinder auf der Bühne ein Experiment durchführen: Obwohl sie sich hinter einem schwarzen Vorhang versteckten und man sie mit dem bloßen Auge nicht sehen konnte, machte die Kamera ihre Körperwärme sichtbar. So lernte man spielerisch, dass Rot für Wärme und Blau für Kälte steht.

Auch die Bedeutung von Satelliten wurde erklärt. Sie spielen eine große Rolle beim Schutz der Erde, etwa indem sie Wälder überwachen und erkennen, wo illegal Bäume gefällt werden oder Flächen verschwinden. So wurde deutlich, wie wichtig Raumfahrt nicht nur für die Forschung, sondern auch für den Alltag auf der Erde ist. Die Raumfahrtshow verband auf eindrucksvolle Weise Unterhaltung, Mitmachen und Wissensvermittlung. Am Ende blieb nicht nur Begeisterung, sondern auch eine wichtige Erkenntnis: Die Zukunft der Menschheit hängt entscheidend davon ab, wie verantwortungsvoll wir heute mit unserem Planeten umgehen.

Roboter Holly ist auch am Start und zeigt den Besuchern Videos und Fotos, zum Beispiel von Weltraumhotels.
Roboter Holly ist auch am Start und zeigt den Besuchern Videos und Fotos, zum Beispiel von Weltraumhotels.
x