Homburg
Trotz Corona-Krise: Beim FC Homburg bleibt Millionensponsor Dr. Theiss an Bord
„Heute weiß keiner, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf Wirtschaft und Sport noch haben wird“, sagte Herbert Eder, Vorsitzender des FC Homburg, am Freitag, 19. Juni, am Theiss-Firmensitz. „Umso wichtiger ist es, wenn starke Schultern Verantwortung übernehmen, um die Krise zu bewältigen.“ Nach dem Abbruch der Regionalliga-Saison 2019/20, in einer Zeit der Ungewissheit über die nahe und mittlere Zukunft zeigte sich der FCH-Boss „umso dankbarer“ gegenüber Firmengründer Peter Theiss und Naturwaren-Geschäftsführer Giuseppe Nardi: „Beide haben uns von sich aus zur Verlängerung des Sponsor-Vertrages eingeladen. Der FC Homburg musste also nicht darum betteln.“ Indem der Vertrag nun um zwei Jahre bis zum Sommer 2022 fortgeschrieben wurde, habe der Fußballverein finanzielle Planungssicherheit gewonnen. „Das sichert uns den Fortbestand. Und vor allem sind wir damit in der Lage, auch in der nächsten Saison vorne mitzuspielen.“
Fördersumme leicht zurückgefahren
Gerüchten, der Hauptsponsor werde seinen Förderbetrag gegenüber dem Vorjahr krisenbedingt um 30 Prozent zurückfahren, trat Giuseppe Nardi entgegen. „Es stimmt zwar, dass wir mit dem FCH über einige Einsparungen reden mussten. Die bewegen sich aber bei Weitem nicht in einer solchen Dimension.“ Die Kürzung werde sich stattdessen „im einstelligen Prozentbereich“ bewegen. Wie schon in früheren Jahren schwiegen sich die Vertragspartner auch diesmal wieder über die Höhe der Fördersumme aus. Es gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass das Sponsoring von Dr. Theiss beim FC Homburg in den vergangenen beiden Jahren jeweils 2,4 Millionen Euro betragen haben soll. Seit nunmehr zehn Jahren unterstützt die Firma den FCH. Giuseppe Nardi ließ durchblicken, dass er dies auch nach 2022 so beibehalten möchte. „Wir fixieren solche Verträge aber immer nur auf zwei Jahre. Das hat mit kaufmännischer Vorsicht zu tun.“
Planungssicherheit
„Dr. Theiss Naturwaren ist in der Krise ganz gut unterwegs“, sagte Nardi: Die Hygiene- und Körperpflegeprodukte, die bei der Firma vom Band laufen, würden gut nachgefragt. So sei man in der Lage, „dem FC Homburg Planungssicherheit für seine Erste Mannschaft, die Jugendarbeit und andere Aktivitäten zu verleihen“.
Nach Aussage des Vorsitzenden Herbert Eder liegt die verbleibende Fördersumme „nicht wesentlich unter dem Niveau vom Vorjahr. Auch mit der Zweiten Mannschaft und der Jugend mit ihren 220 fußballspielenden Kindern können wir praktisch auf demselben Niveau weitermachen.“ Seinerseits Kosten einsparen wolle der Verein bei Trainingslagern und Auswärts-Übernachtungen.
„FCH will sich nicht vorab zum Gejagten machen“
Fürs Regionalliga-Team mag der Vorsitzende derzeit nicht zu offensiv vom Aufstieg reden: „Wir wollen uns nicht schon vorab zum Gejagten machen. Aber über Platz eins würden wir uns natürlich trotzdem freuen.“
Allerdings entspreche das Homburger Waldstadion derzeit nicht den saarländischen „Bestimmungen für Versammlungsstätten“. Um dies zu ändern und auch die Drittliga-Anforderungen des Deutschen Fußballbundes zu bedienen, hat der Architekt Roland Damm im Auftrag des FCH ein Ausbaukonzept für dessen Arena ausgearbeitet. „Die Stadt Homburg prüft das jetzt“, hofft der Clubchef auf schrittweisen Ausbau des Stadions möglichst schon ab 2021. Das Saarland hat dafür drei Millionen Euro an Fördergeldern zugesagt. Oberste Priorität, so Sponsor Giuseppe Nardi, müsse die Modernisierung der Toiletten- und Sanitärtrakte haben – „und die Überdachung der Gegengerade. Wir wollen unsere Fans dort nicht länger im Regen stehen lassen.“
Sollte es mit dem Drittliga-Aufstieg schneller klappen als mit der Ertüchtigung des Stadions, so zeigt sich Herbert Eder zuversichtlich, bei Bedarf als Ausweich-Spielort „eine saarländische Lösung“ finden zu können.