Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtrat erörtert Haushalt und gibt Kommentare zur Autobahnzubringer-Entscheidung ab

Zwischen Erbach und Jägersburg könnte der neue Zubringer an die bestehende Straße angebunden werden.
Zwischen Erbach und Jägersburg könnte der neue Zubringer an die bestehende Straße angebunden werden.

Im geräumigen Saalbau hat der Homburger Stadtrat genügend Platz, um mit gebührendem Abstand zu tagen. Am Donnerstag, 28. Mai, 17.30 Uhr, ist es dort zum zweiten Mal soweit.

Neben dem Homburger Kommunalhaushalt für das Jahr 2020 dürfte vor allem die jüngste Behördenentscheidung zur Trassenführung des neuen Autobahnzubringers zur A 6 bei Erbach-Reiskirchen im Mittelpunkt der Ratssitzung stehen. Wie berichtet, hat sich das Bundesverkehrsministerium mit Blick auf die geplante Anschlussstelle „Homburg-Ost“ auf die sogenannte Zubringer-Trassenvariante 1 festgelegt.

Die Anschlussstelle, deren Planung vom saarländische Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) organisiert wird, soll die Straßennetze in Homburg, Erbach und Bruchhof vom Lastwagenverkehr großer Erbacher Industriebetriebe entlasten. Von einst fünf Trassenvorschlägen für die Zubringerstraße waren zuletzt zwei Varianten übrig geblieben. Am 13. Dezember 2018 sprach sich der Homburger Stadtrat für Variante 2 aus: Diese zweigt von der Erbach-Umgehungsstraße L 118 am Tierheims ab und verläuft quer durch den Erbacher Wald bis zur A 6.

Grüne finden keine Ratsmehrheit für Variante 1

In einer weiteren Stadtratssitzung, nämlich am 24. Oktober 2019, versuchte die Grünen-Fraktion, eine Mehrheit für die umweltfreundlichere Variante 1 zusammenzubekommen: Diese wurde schon damals auch von LfS und Bundesverkehrsministerium bevorzugt. Dort gilt sie inzwischen ganz offiziell als Trasse der Wahl. LfS-Planer Torsten Ebel erklärte im Oktober 2019 dem Stadtrat, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung deutlich überwiegende Vorteile der Variante 1 ergeben habe: Diese Trasse am Reiskircher Fußballplatz verbrauche viel weniger Wald, weil sie sich an die bestehende A 6 anschmiegt. Tiere, Boden und Luft würden geschont. „Leichte Nachteile gibt es allerdings beim Kriterium ,Wohnen’“, räumte Ebel damals ein. Dies rief spontane Protestbekundungen von Zuhörern aus Reiskirchen hervor, während Jägersburgs Ortsvorsteher Jürgen Schäfer (SPD) auf ein einstimmiges Votum des Jägersburger Ortsrats zugunsten der Variante 1 verwies. Und FDP-Ratsmitglied Jörg Kühn erinnerte an die Anwohner in Bruchhof, die bereits seit vielen Jahren viel stärker vom Lkw-Verkehr belastet seien, als die Reiskircher es durch den neuen A-6-Anschluss jemals sein würden.

Schon in der Oktober-Sitzung 2019 hatte Torsten Ebel klargestellt, dass das LfS nichts anderes als die als umweltfreundlich erkannte Variante 1 betreiben werde. Und daran werden wohl auch die Kommentare wenig ändern, die morgen im Homburger Stadtrat hierzu geäußert werden.

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