Neunkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt Neunkirchen schlägt Hygienekonzept fürs Schwimmbad vor: Vereine sollen trainieren

Szene von der Eröffnung des Schwimmbads „Die Lakai“ am 27. Mai 2009: Neunkirchens damaliger Oberbürgermeister Friedrich Decker w
Szene von der Eröffnung des Schwimmbads »Die Lakai« am 27. Mai 2009: Neunkirchens damaliger Oberbürgermeister Friedrich Decker wagt sich als Erster ins kühle Nass.

Bis in Neunkirchen das Schwimmbad wieder aufmachen darf, dauert es noch lange. Schon vorher würde Oberbürgermeister Jörg Aumann gern lokale Schwimmvereine ins Bad lassen.

Angesichts der Corona-Krise wünscht sich Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) auch für das Neunkircher Ganzjahresschwimmbad „Die Lakai“ den Tag herbei, „an dem jeder wieder Zugang haben kann“. Bis es soweit ist, rät der OB, den Weg dorthin in kleinen Schritten zu gehen, etwa durch eine teilweise Öffnung für die Schwimmsportvereine. Denn eine „normale“ Freibadsaison für die Allgemeinheit sei derzeit wohl in weiter Ferne.

Aumann hielte es für sinnvoll, „zunächst in einer Art Modellversuch mit einem Bad anzufangen“. So könne der Hallenbad-Teil der „Lakai“ für einen bestimmten Zeitraum als Sportbad exklusiv für die Neunkircher Schwimmvereine genutzt werden – unter strengen Hygienevoraussetzungen. „Alles immer unter dem Vorbehalt, die Vereine wollen das und die Landesregierung gibt ihr Okay.“

Eine wichtige Verhaltensregel könne man allein schon dadurch erfüllen, indem das Bad eben nur von Vereinsmitgliedern betreten werden darf. „Dann sind schon wesentlich weniger Menschen in den Bädern.“ Und weil man im Verein einander gut kenne, seien Regeln leichter vermittelbar und einzuhalten.

Höchstens zwölf Sportler im Bad

Ein erster Entwurf zur Öffnung, der in der Stadtverwaltung erarbeitet wurde, sieht vor, „dass allerhöchstens zwölf Personen zur gleichen Zeit im Bad sind“, so Aumann: „Genauer gesagt, zehn Sporttreibende und zwei Übungsleiter.“ Funktioniere dies, könne man später über eine höhere Teilnehmerzahl nachdenken.

Auch in der Eingangshalle oder beim Duschen gelte es den Zwei-Meter-Abstand stets einzuhalten. Daher müssten laut dem Vorschlag aus dem Rathaus die Sammelumkleiden geschlossen bleiben. Man müsse Abstandsmarkierungen kleben und Spender mit Desinfektionsmitteln aufstellen. Aber auch noch einige weitere Hygienemaßnahmen würden notwendig.

Vorige Woche, so Aumann, habe die Neunkircher Stadtverwaltung Kontakt mit Vertretern der örtlichen Schwimmvereine aufgenommen. Der städtische Vorschlag, die aktuell geschlossenen Schwimmbäder den Vereinen und deren Mitgliedern zur Verfügung zu stellen, könne nur dann verwirklicht werden, „wenn die Vereine dies für umsetzbar halten und auch die Landesregierung zustimmt“. So könnten Sportschwimmer, die in Vereinen organisiert sind, bald wieder Gelegenheit zum Training bekommen. „Das ist allemal besser als die Bäder dauerhaft geschlossen zu halten“, meint der Rathauschef.

OB: Chlor tötet Viren im Badewasser sicher ab

Übrigens soll von gechlortem Badewasser keine Infektionsgefahr ausgehen. Aumann verweist auf eine Erklärung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB): „Demnach deuten alle vorliegenden Erkenntnisse darauf hin, dass Viren durch das Chlor sicher abgetötet werden.“

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