Homburg
Saarpfalz-Kreisstadt hält an der alleinigen Regie für ihre Kleiderkammer fest
„Mit Einkaufsangeboten für bedürftige Mitbürger sind wir in Homburg bereits jetzt schon gut aufgestellt“, sagte vor dem Stadtrat die Beigeordnete Christine Becker (SPD), die im Homburger Rathaus für soziale Fragen zuständig ist. Nachdem der Verein „Leuchtender Stern“ zum Jahreswechsel sein eigenes Homburger Sozialkaufhaus geschlossen hatte, habe er der Stadt eine Zusammenarbeit in einer vergrößerten Kleiderkammer mit erweitertem Angebotssortiment vorgeschlagen. Dies wäre dann jedoch offenbar an einem anderen Standort in Homburg erfolgt. Unter anderem hatte der Vereinsvorstand gemeinschaftliche Handwerker-Dienstleistungen angeboten.
„Eine räumliche Ausweitung und ein deutlich erweitertes Sortiment sind für unsere Stadt mit ihrem Sanierungshaushalt weder finanziell noch personell zu realisieren“, argumentierte die Beigeordnete. Übrigens werde im Rathaus „wegen der unabsehbaren Folgen der Corona-Krise“ derzeit ohnehin über eine begrenzte Sortimentserweiterung in der städtischen Kleiderkammer am Erbacher Hochrech nachgedacht.
Beigeordnete will einen „netten Brief“ schreiben
Becker hält in der Einrichtung, die in den ehemaligen Räumen der Bäckerei Ecker angesiedelt ist, für die nahe Zukunft neben Bekleidung auch die Abgabe von gebrauchten kleineren Möbelstücken für denkbar. „In Erbach gibt es aber außerdem noch das ,Fairness-Kaufhaus’, das ebenfalls ein Möbelsortiment im Angebot hat“, rief die Beigeordnete den Stadtratsmitgliedern in Erinnerung.
Gleichwohl zeigte sich Christine Becker ob der Offerte des Vereins „Leuchtender Stern“ dankbar und versprach, dass die Stadtverwaltung sich mit einem „netten Brief“ erkenntlich zeigen werde.
Die städtische Tochterfirma HPS (Homburger Parkhaus- und Stadtbus GmbH) hat die Räume der Homburger Kleiderkammer am Erbacher Hochrech für die Stadt angemietet. Dort umfasst das Sortiment derzeit gebrauchte Textilien, Schuhe, Bett- und Tischwäsche, Geschirr, Gläser sowie kleinere Haushaltsgegenstände.
Hilfe für Frühchen, Obdachlose und Geflüchtete
Die Kleiderkammer ist der Stadt zudem bei der Ausstattung von Obdachlosenwohnungen behilflich und stellt, soweit vorrätig, kostenfrei die Erstausstattung für zugewiesene Geflüchtete zur Verfügung. Menschen ohne festen Wohnsitz werden kostenlos versorgt. Vereinzelt übergibt die Kleiderkammer Sachspenden an soziale Initiativen wie „Nadelspielkinder“: Dieses Projekt befasst sich mit Näharbeiten für die Kinderklinik und die Frühchen-Station an der Homburger Uni. Weitere Empfänger von Sachspenden sind die Saarbrücker Obdachlosen-Initiative „Ingos kleine Kältehilfe“ und der Verein Saarkult e. V., der Geflüchtete aus der Türkei in der Aufnahmeeinrichtung Kusel unterstützt. Alte Decken und ähnliche Textilien, die für Menschen nicht mehr brauchbar sind, werden dem Tierheim und dem Verein „Hundepfoten Saarpfalz“ übergeben.