Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Millionen-Zuhause für 17 Pinguine

Die Humboldt-Pinguine haben jetzt 110 Quadratmeter Platz in ihrem neuen Gehege.
Die Humboldt-Pinguine haben jetzt 110 Quadratmeter Platz in ihrem neuen Gehege.

Es hat mehr als eine halbe Million gekostet, ein halbes Jahr gedauert, und ist das neuste tierische Zuhause im Saarbrücker Zoo: Das Winterquartier der 17 Pinguine ist fertig.

Sie watscheln, haben schwarz gefiederte Köpfchen mit weißem Bauch, und frieren im Winter: Die Humboldt-Pinguine, von denen 17 im Saarbrücker Zoo leben, kommen nämlich ursprünglich von der Pazifikküste Südamerikas. Frieren müssen sie im Winter ab sofort nicht mehr. Ihr neues Gehege schützt sie vor niedrigen Temperaturen. Auch mehr Platz haben die Pinguine, denn das Winterquartier ist 110 Quadratmeter groß. Zuvor wohnten sie seit 2012 in jenem Gehege, wo früher die Seehunde lebten.

Jakob Kolleck, der seit drei Jahren Direktor des Saarbrücker Zoos ist, spricht davon, dass man den Pinguinen mit dem neuen Quartier nun auch mehr Schutz bieten kann. Das neue Winterquartier sei „ein wichtiger Schritt, um die Tierhaltung noch weiter zu verbessern“. Rund ein halbes Jahr, von Frühjahr bis November 2025, haben die Arbeiten an der Anlage gedauert. Während dieser Zeit konnten die Zoobesucher den Bereich weiterhin sehen, sodass sie die Tiere in der Außenanlage betrachten konnten.

OB: Neubau trägt dazu bei, Zoo zukunftsfähig machen

565.000 Euro hat der Neubau laut einer Stadtsprecherin gekostet. Die Stadt betreibt den Zoo, seitdem der Stadtrat im Jahr 1954 beschlossen hatte, den Zoo zu übernehmen. Vorher hatte er laut Stadtarchiv dem Zoologen und Tierwärter Gustav Moog gehört, der den Zoo am Gründonnerstag 1932 eröffnete. Der Zoo habe allein in den Osterfeiertagen 20.000 Besucher angezogen. 22 Jahre später wurde aus dem kleineren Privatzoo schließlich ein städtisches Unternehmen, so das Stadtarchiv Saarbrücken.

Die Humboldt-Pinguine sind 17 von insgesamt rund 1000 Tieren aus 150 verschiedenen Arten, die heute im Zoo leben. Ihr neues Gehege ist laut dem Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) ein Schritt, den Zoo zukunftsfähig zu machen. Er sagt, der Schutz der Natur und die Bewahrung der Artenvielfalt werden immer wichtiger, da sei es „unsere Verantwortung, den Zoo zukunftsfähig zu gestalten. Mit dem neuen Gebäude für die Humboldt-Pinguine tragen wir einen weiteren Teil dazu bei.“

Humboldt-Pinguine stehen auf der Roten Liste

Die Humboldt-Pinguine sind nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt benannt, der sie um das Jahr 1800 herum entdeckt haben soll. Sie stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) und gelten damit als gefährdet. Als Gründe gibt die IUCN Lebensraumverlust, Klimaveränderungen und Überfischung ihrer Nahrungsquellen an. Diese Faktoren setzten den Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum in Südamerika immer mehr zu. Im Zuge des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) beteiligt sich der Zoo Saarbrücken nach eigenen Angaben aktiv am Erhalt und dem Schutz dieser Pinguinart.

So sieht das Gehege von außen aus.
So sieht das Gehege von außen aus.
x