Homburg
Karlsberg und Warsteiner bündeln ihren Einkauf
Zwei Familienunternehmen wollen eine Kooperation eingehen und ihre Kräfte im Einkauf bündeln. Die Homburger Karlsberg-Brauerei, die rund 1100 Mitarbeiter an sechs Standorten in Deutschland und Frankreich beschäftigt, und die Warsteiner-Gruppe können jetzt loslegen. Denn das Bundeskartellamt hat der Zusammenarbeit zugestimmt. Die Bundesbehörde erwarte keine Wettbewerbsschwierigkeiten, da es sowohl bei Bier- als auch Kaltgetränken noch mehrere große Wettbewerber gebe.
Wie kam überhaupt die Idee einer Kooperation zustande? Grund sind laut Karlsberg-Pressesprecherin Petra Huffer die stark gestiegenen Kosten in der Braubranche. Inzwischen seien die Einkaufskosten in der Braubranche explodiert.
Gemeinsame Einkaufsgesellschaft soll Sitz in Frankfurt am Main haben
Deshalb möchten die beiden Unternehmen jetzt eine gemeinsame Einkaufsgesellschaft gründen. Durch die Bündelung gemeinsamer Beschaffungsaufträge wolle man günstigere Lieferkonditionen erzielen, so Huffer. Auch einen besseren Einkauf von Verpackungsmaterialien oder Energie soll dadurch gewährleistet werden.
Vorgesehen ist, dass der Dienstleister für Einkaufs- und Warenbeschaffung Rahmenverträge mit Lieferanten verhandelt. Der Firmensitz der neuen Einkaufsgesellschaft soll bei Frankfurt am Main liegen.
Huffer berichtete der RHEINPFALZ auf Nachfrage, dass beide Brauereien aber nach wie vor ihre eigenen Produkte und Biersorten herstellen. Lediglich die Gründung einer gemeinsamen Einkaufsgesellschaft sei geplant.
Auch andere Getränkehersteller können mit ins Boot
Erstmal sehen sich die beiden Familienunternehmen als Gründungsmitglieder. „Es soll auch so sein, dass später andere Getränkehersteller noch dazustoßen können“, berichtet Petra Huffer. In die neue Gesellschaft einsteigen können dann aber nicht nur Brauereien, sondern auch andere Getränkehersteller, etwa Wasser-, Limonaden- oder Fruchtsaftproduzenten.
„Die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage hat uns gezeigt, dass eine zuverlässige Versorgung unserer Produktionsstätten mit Materialien enorm wichtig ist, um unsere Kunden mit Getränken versorgen zu können“, sagte Helmut Hörz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Warsteiner, die zu den größten Privatbrauereien Deutschlands zählt. Sie wurde 1753 gegründet und wird als Familienunternehmen in neunter Generation betrieben. Mittlerweile vertreibt die Warsteiner Gruppe ihre Produkte in über 50 Ländern der Welt.
Meyer: Brauereien stehen „bundesweit vor den gleichen Herausforderungen“
Was wird sich nun für die beiden Brauereien ändern? Was wird sich verbessern? „Die Einkaufsgesellschaft wird dazu beitragen, dass das Zusammenspiel zwischen Getränkeherstellern, sowie -abfüllern, Lieferanten und den Endverbrauchern weiter verbessert wird.“
Karlsberg-Geschäftsführer Markus Meyer sagte, die Brauereien stünden „bundesweit vor den gleichen Herausforderungen.“ Die Probleme reichten von steigenden Energiepreisen bis hin zu Engpässen bei Verpackungsmaterialien.
Wann es mit der neuen Einkaufsgesellschaft genau losgeht, ist noch nicht bekannt. Der Startschuss ist mit dem Okay des Bundeskartellamts aber gefallen.