Saarland RHEINPFALZ Plus Artikel Im Saarland bleiben Kneipen, Kinos und Zoos weiterhin tabu

Der Einzelhandel bereitet sich auf die Öffnung weiterer Geschäfte vor.
Der Einzelhandel bereitet sich auf die Öffnung weiterer Geschäfte vor.

„Bis zum 31. August wird es im Saarland keine Volksfeste, große Konzerte oder Events in Hallen geben“, verkündete Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag, 16. April. Die Landesregierung verlängert die Corona-Ausgangsbeschränkungen an der Saar vorerst bis 3. Mai. Analog zu anderen Bundesländern gibt es aber auch hier erste Lockerungen.

„Ähnlich wie in Rheinland-Pfalz“, so Hans vor der Presse, dürfen ab Montag, 20. April, auch im Saarland kleinere Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wieder aufmachen. Voraussetzung für alle Lockerungen sei das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln.

Neben Arzt- und Tierarztbesuchen zählt im Saarland ab Montag nun auch die Behandlung beim Psychotherapeuten als „triftiger Grund“, um die eigene Wohnung zu verlassen. Erlaubt werde auch wieder der Aufenthalt in Bibliotheken und Archiven, im Kfz-, Fahrrad- und Buchhandel. Zunächst bis 3. Mai weiter verboten bleibt der Betrieb von Gaststätten, Bars, Kinos, Theatern, Schwimmbädern und Zoos.

Zahl „800 Quadratmeter“ ist nicht unumstritten

In 14 Tagen wolle die Saar-Regierung Bilanz ziehen: Dann werde entschieden, ob die ersten zarten Erleichterungen wieder zurückgenommen werden oder ob es weitere Öffnungen gibt. „Was beim Einzelhandel die Zahl 800 Quadratmeter betrifft, hätten wir uns auch etwas Anderes vorstellen können“, meinte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD): „Hier handelt es sich aber um eine Gesamtabwägung aller Bundesländer. Immerhin haben jetzt auch Friseure eine Perspektive und können sich auf den 4. Mai vorbereiten.“

Für die jetzt stufenweise einzuführenden flächendeckenden Corona-Tests aller Altenheimbewohner und deren Pfleger im Saarland, den die Landesregierung zusammen mit Virologen der Homburger Unikliniken vorbereitet hat, fordert Anke Rehlinger „eine rasche Erweiterung auch auf die ambulanten Pflegedienste“.

Mit Blick auf die vorsichtige Wiedereröffnung der Schulen für die oberen Jahrgangsstufen ab 4. Mai werde sich das Saarland daran orientieren, was die anderen Bundesländer machen. Und für die jüngeren Schüler „wird uns das Thema Notbetreuung in den nächsten Wochen weiterhin stark beschäftigen“, meinte der Ministerpräsident. „In diesem Schuljahr, bis zu den Sommerferien, kann es in den Schulen keine Normalität geben, so wie wir sie bisher kannten.“

Bald weitere Grenzübergänge öffnen

Tobias Hans versprach, sich bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für die baldige Öffnung weiterer Grenzübergänge nach Frankreich und Luxemburg einzusetzen. „Ohne die vielen französischen Beschäftigten in den Betrieben und im Gesundheitswesen ginge es bei uns im Saarland gar nicht“, gab er zu bedenken.

Der Regierungschef erklärte, dass bis Ostern 45 000 Saarländer auf das Coronavirus getestet worden seien: „Damit liegen wir bei der Testdichte über dem Bundesdurchschnitt.“

„Die Kapazitäten in unseren Krankenhäusern scheinen bislang ausreichend zu sein“, bilanzierte Tobias Hans, dass die Zahl an Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit im Saarland seit 1. März von 302 auf nunmehr 451 aufgestockt worden sei. „Und das wollen wir weiter steigern.“

Weil die „übergroße Mehrheit der Saarländer“ die Ausgangs- und Hygieneregeln befolgt habe, sei man durchaus erfolgreich gewesen. „Vor 14 Tagen stiegen bei uns die Neu-Infektionen pro Tag um zehn bis 15 Prozent an. Diesen Wert konnten wir auf deutlich unter fünf Prozent senken.“

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