Homburg Bis Herbst an jedem Samstag Spontan-Impfung für alle

Vor der Spritze klärt der Blieskasteler Arzt Ayman Zant die Ankömmlinge im Impfraum darüber auf, was sie zu beachten haben.
Vor der Spritze klärt der Blieskasteler Arzt Ayman Zant die Ankömmlinge im Impfraum darüber auf, was sie zu beachten haben.

Man muss nur volljährig und impfwillig sein, das ist alles. Seit 12. Juni kann sich jeder, der möchte, jeweils samstags unbürokratisch und ohne vorherige Terminvereinbarung im Homburger Saalbau seine Corona-Schutzimpfung abholen. Der Blieskasteler Mediziner Ayman Zant impft hier vorerst bis Mitte August, und dann wieder ab 11. September. Wer kommt, sollte aber wenigstens seinen Impfpass dabeihaben.

„Schon um 7.30 Uhr zog sich die Menschenschlange durch die Obere Allee. Da haben wir mit dem Impfen schon um 8.30 Uhr angefangen – eine halbe Stunde früher als geplant“, erzählt Ayman Zant. Der promovierte Allgemeinmediziner mit Praxis in Blieskastel ist der Initiator jener Serie von Corona-Massenimpfungen im Homburger Saalbau, die am Samstag ihre Premiere erlebte. Jeder, der mag, hat hier die Möglichkeit, sich ohne Anmelde- und Terminzwang spontan die Corona-Schutzimpfung abzuholen.

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Es gibt Johnson & Johnson und Astrazeneca

Mussten die Leute am Samstag anfangs noch bis zu zwei Stunden lang in der Schlange anstehen, bis sie an die Reihe kamen, „flachte der Andrang so ab 11.30 Uhr spürbar ab“, berichtete einer der Feuerwehrleute, die die Massenimmunisierung organisatorisch unterstützten. Spätestens ab 13.45 Uhr konnten Passanten ganz problemlos in den Saalbau eintreten und sich ohne Federlesens die Spritze setzen lassen.

„Wir hatten 100 Dosen vom Hersteller Johnson & Johnson zu vergeben, dazu 200 von Astrazeneca“, erklärt Ayman Zant. Zum Feierabend um 14.30 Uhr sind gerade mal 30 Portionen Astrazeneca übrig geblieben. Die Vakzine wurden den Homburgern als Sonderkontingent aus Beständen des saarländischen Gesundheitsministeriums überlassen.

Entlastung für die Arztpraxen

Jeden Samstag von 9 bis 14.30 Uhr soll die Immunisierung im Saalbau allwöchentlich fortgesetzt werden. „Vorerst bis Mitte August. Dann legen wir eine Pause ein, ehe es ab 11. September mit den Zweitimpfungen weitergeht“, blickt der Blieskasteler Arzt auf die kommenden Wochen voraus.

Tatkräftige Hilfe erhielt Zant am Samstag von seinem Homburger Kollegen Zaid Binot: Er hatte unter anderem die Aufgabe, die Besucher kurz vor dem Piks an Ort und Stelle über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. „Je mehr niedergelassene Ärzte bei uns samstags mitmachen, desto besser“, sagte Ayman Zant. „Sinn der ganzen Sache soll es ja sein, die Arztpraxen die Woche über vom großen Impf-Andrang zu entlasten. Zum Beispiel müssen wir vermeiden, dass chronisch kranke Patienten unterversorgt bleiben, weil es in den Praxen nur noch um Corona geht.“

Aktion ist tadellos organisiert

Helfer vom Homburger Ordnungsamt, vom Malteser-Hilfsdienst und der Feuerwehr mischten mit, indem sie den Publikumsstrom in geregelten Bahnen hielten und zwischendurch Getränke reichten. Gebrechlichen, die in der Warteschlange ausharrten, schoben sie freundlich einen Stuhl unter.

Zants Ehefrau half beim Ausfüllen der Formulare. Sein Sohn Mohamad checkte die Impflinge am Saalbau-Eingang mit einem Hand-Piepser, ob ihre Körpertemperatur unverdächtig ist. „Zum Höhepunkt des Andrangs standen die Leute heute Morgen bis übers Eck in die angrenzende Schwesternhausstraße“, erinnerte sich später einer der Feuerwehrmänner: „Trotzdem war die Stimmung gut. Die Leute sind halt froh und dankbar. Na ja, ein paar ganz schlaue Spezialisten gibt’s natürlich immer, die sich’s am liebsten schriftlich geben lassen würden, das sie auch ja keine Nebenwirkungen kriegen.“

Die Aktion zeugte von einer tadellosen Organisation. Man darf davon ausgehen, dass der Zuspruch an den kommenden Samstagen anhalten wird. Da können Zant, Binot und ihre Mitstreiter nur hoffen, dass der Nachschub an Impfstoffen wie gewünscht fließt.

In ihrer längsten Ausdehnung zog sich die Schlange in der Oberen Allee bis nach links übers Eck in die einmündende Schwesternhau
In ihrer längsten Ausdehnung zog sich die Schlange in der Oberen Allee bis nach links übers Eck in die einmündende Schwesternhausstraße hinein.
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