Homburg
Biosphärenreservat Bliesgau: Saarland aktualisiert die Regeln
Vier Wochen lang hatte die Homburger Stadtverwaltung den Entwurf für die neue Biosphären-Verordnung im Rathaus öffentlich ausgelegt. Stellungnahmen aus der Bevölkerung seien in diesem Zeitraum nicht eingegangen. Das überarbeitete Papier sieht jetzt eine präzisere Grenzziehung für die besonders geschützte Biosphären-Kernzone Pfänderbachtal vor – beiderseits des Bachlaufs etwa von der Spelzenklamm in Schwarzenacker bis zum Schlangenhälder Wald an der Einöder Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.
Neue Pflegezone im Beeder Bruch
Die wichtigsten Änderungen in dem Dokument dürften ein abgeänderter Zuschnitt der Kernzone Taubental bei Wörschweiler auf künftig 522,6 Hektar und die Vergrößerung der Kernzone Kalbenberg bei Rubenheim auf knapp 59 Hektar sein. Außerdem wird die ehemalige Pflegezone Zollbahnhof nun durch eine neue Fläche im Beeder Bruch ersetzt.
In den besonders geschützten Kernzonen ist es zum Beispiel verboten, Tiere zu stören, Land- oder Forstwirtschaft zu betreiben, Gebäude zu errichten, dort mit Motorfahrzeugen unterwegs zu sein, den Wald außerhalb der Wege zu betreten oder dort zu zelten.
Das Biosphärenreservat Bliesgau, das sich seit seiner Anerkennung durch die Unesco anno 2009 zu einem wichtigen Tourismusfaktor für das Saarland gemausert hat, breitet sich über die Städte und Gemeinden Blieskastel, St. Ingbert, Gersheim, Kirkel, Mandelbachtal, Kleinblittersdorf sowie die Homburger Stadtteile Kirrberg, Einöd und Wörschweiler aus. Auch Teile von Bruchhof-Sanddorf sowie von Beeden und Schwarzenbach gehören zum Reservatsgebiet.
Biosphären-Kernzonen befinden sich außer auf dem Kalbenberg sowie im Pfänderbach- und Taubental auch auf Moorseiters bei Altheim (32,1 Hektar), an alten Steinbrüchen bei Medelsheim (150 Hektar), im Böckweiler Wald bei Breitfurt (58,1 Hektar), auf Lindenfels bei Alschbach (113,3 Hektar), am ehemaligen Kalkbergwerk Gersheim (76,5 Hektar), bei Oberwürzbach-Hirschenthal (93,7 Hektar) und im Kleinblittersdorfer Wald (50,3 Hektar).
Etwas weniger strenge Naturschutzvorschriften gelten für die Pflegezonen, die am Rand der Kernzonen ausgewiesen werden. Solche Gebiete gibt es unter anderem im Bickenalbtal bei Altheim und Brenschelbach-Riesweiler, bei Mimbach, im Beeder Bruch, im Homburger Karlsbergwald, bei Limbach und bei Gräfinthal.