Reinheim RHEINPFALZ Plus Artikel Auch im Europäischen Kulturpark Reinheim-Bliesbruck ist die Grenze dicht

Die Museumshalle über den Ruinen eines römischen Badehauses (Thermen) liegt auf französischem Gebiet. Deutsche dürfen dort jetzt
Die Museumshalle über den Ruinen eines römischen Badehauses (Thermen) liegt auf französischem Gebiet. Deutsche dürfen dort jetzt nicht hin.

Quer über die deutsch-französische Staatsgrenze breitet sich das Gelände des keltisch-römischen Ausgrabungsgeländes Europäischer Kulturpark Reinheim-Bliesbruck aus. Betreiber des deutschen Teils ist der Saarpfalz-Kreis, während die französische Parkhälfte vom Département Moselle verwaltet wird. Dort dürfen sich Deutsche wegen der Corona-Gefahr derzeit nicht aufhalten.

„Das Parkgelände auf der deutschen Seite ist begehbar und darf für Spaziergänge genutzt werden, wenn die Leute sich an die Corona-Regeln halten“, sagt Beate Ruffing, Sprecherin des Saarpfalz-Kreises, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Gemeint ist das offen zugängliche saarländische Freigelände mit den Grundmauern einer römischen Villa, dessen Besuch keinen Eintritt kostet. Geschlossen sind dort derzeit jedoch alle Museumseinrichtungen, für die ein Eintrittspreis verlangt wird – also das nachgebaute Keltengrab der Fürstin von Reinheim und das Museumsgebäude „Maison Jean Schaub“ am deutschen Park-Eingang in Reinheim. Keine Gäste empfängt zurzeit das Restaurant „Taverne“, das in coronafreien Zeiten mit Personal vom Jugenddorf Schwarzenbach besetzt ist.

Weg nach Frankreich ist auch im Park versperrt

„Auch auf der französischen Seite des Parks sind die Museumseinrichtungen laut den geltenden Vorgaben derzeit geschlossen“, berichtet Ruffing, dass zum Beispiel die dort ausgegrabenen Römerthermen und das große französische Museumshaus nicht zugänglich sind. Und was das offene Wegenetz auf Lothringer Hoheitsgebiet betrifft, so müssten deutsche Spaziergänger „die getroffenen Grenzregelungen beachten. Ein Besuch der französischen Seite ist derzeit nicht möglich.“ Denn dort, auf lothringischem Territorium, beginnt bereits die ostfranzösische Großregion Grand Est, die vom deutschen Robert-Koch-Institut bekanntlich als Corona-Risikogebiet eingestuft wird.

Theophil Gallo, der Landrat des Saarpfalz-Kreises und Vorsitzende der Stiftung Europäischer Kulturpark, bedauert das alles sehr: „In der aktuellen Situation kann die coronabedingte Grenzschließung nur eine vorübergehende Maßnahme sein.“ Jetzt sei es „umso wichtiger, dass alles getan wird, dass die Grenzen sich nicht in den Köpfen der Menschen verfestigen“. Gallo hofft, dass die neuerdings aufgestellten Barrieren bald „wieder im Rahmen des Möglichen geöffnet werden können“. Schließlich sei „der partnerschaftliche Kontakt und Austausch“ beiderseits der Grenze gerade jetzt sehr wichtig.

Saisonstart verschoben

Eigentlich hätte am 15. März mit einem Fest quer über die Grenze die Kulturpark-Saison 2020 eröffnet werden sollen. Notgedrungen mussten Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo und sein französischer Partner Patrick Weiten, der Präsident des Départements Moselle, die Feier auf unbestimmte Zeit verschieben. „Es gibt noch keinen neuen Eröffnungstermin“, erklärt Beate Ruffing. Die deutschen Stiftungsmitarbeiter seien jetzt im Homeoffice. Über elektronische Medien stünden sie mit ihren französischen Kollegen in Kontakt, um gemeinsam am verbleibenden Jahresprogramm 2020 zu feilen. Außerdem werde die Sonderausstellung „Bliesgau – Natur, Mensch, Geschichte“ weiter vorbereitet, die in diesem Jahr im Park über die Bühne gehen sollte.

„Und beim Marketing“, lässt Ruffing durchblicken, „wird der Fokus derzeit verstärkt auf Social Media und auf unsere Webseite gelegt.“ Auf der Internetseite sowie beim Facebook-Auftritt des Parks sollen nun in regelmäßigen Abständen einzelne Objekte des Museums mit Fotos und kurzen Texten vorgestellt werden. Dazu stellt der Archäologe Michael Ecker kurze Videos aus dem Museum ins Netz.

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