Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Autobahnausbau und Grünbrücke bei Schifferstadt

Die Diskussion um die Grünbrücke bei Schifferstadt hat mit Bekanntwerden des A-61-Ausbaus begonnen. Das war etwa im Jahr 2008. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) war federführend bei der Organisation der Kampagne für die Grünbrücke, der sich viele Naturschutzverbände anschlossen. Die Argumentation: Die bestehende vierspurige Autobahn sei bereits eine für Tiere kaum überwindbare Barriere. Dieser Effekt werde durch den Ausbau noch verstärkt. Eine Grünbrücke könnte helfen, der Zerschneidung der Wildwege entgegenzuwirken. Die Naturschützer setzten sich schließlich durch: Im Januar 2015 stimmte das Bundesverkehrsministerium dem Projekt zu.
Die Autobahnpläne
Vom Autobahnkreuz Frankenthal bis zur Landesgrenze Baden-Württemberg soll die A 61 von vier auf sechs Spuren erweitert werden. Für den Teilabschnitt A vom Autobahnkreuz Frankenthal bis zum Autobahnkreuz Mutterstadt besteht seit März 2015 Baurecht. Für den Teilabschnitt B vom Autobahnkreuz Mutterstadt bis zur Landesgrenze wurde der Planfeststellungsbeschluss am 25. September vergangenen Jahres erlassen. Das heißt aber nicht, dass die Arbeiten schon bald beginnen. Laut Pressestelle des Landesbetriebs Mobilität in Koblenz müssen nun erst einmal die Pläne offengelegt werden.
Die Grünbrücke
Der Bau der Grünbrücke steht mit den Autobahnarbeiten in engem Zusammenhang. Heißt: Ohne sechsspurige Autobahn keine Querungshilfe für Wildtiere. Doch mit dem Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Abschnitts B gibt es auch konkrete Vorstellungen zum Grünbrücken-Projekt. Wie berichtet, soll die Querungshilfe für Tiere auf einer Breite von 30 Metern begehbar sein. Sie wird etwa 54 Meter überspannen und auf eine Höhe von rund sechs Metern ansteigen. Auf den Stahlbeton des Brückenunterbaus kommt eine Bodenschicht mit Pflanzen. An den Seiten soll ein Irritationsschutz Lärm und Licht der Fahrzeuge mildern. Dieser Schutz wird so angelegt, dass Tiere nicht darüber klettern und ihn auch nicht untergraben können. Auf beiden Seiten der Autobahn wird den Planungen zufolge ein Schutz- und Leitzaun entstehen, der sowohl Wildkatzen als auch Amphibien zur Wildbrücke führt. Grünbrücken werden nach Informationen des Umweltministeriums von Füchsen und Rehen als erstes angenommen. Zudem profitieren Käfer, Reptilien und viele Kleinsäugerarten. Selbst Fledermäuse nutzen diese Querungshilfen, da sie sich an Gehölzstrukturen orientieren. Aber auch scheue Wildkatzen bewegen sich über Wildbrücken, wie etwa Mitarbeiter der forstlichen Forschungsanstalt in Trippstadt bei Versuchen an der A 6 bei Wattenheim festgestellt haben.
