Rhein-Pfalz Kreis Zeit für persönliche Gespräche

Heimspiel für Klaus Hug: Der FWG-Kandidat für das Bürgermeisteramt der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim hatte Bürger für Samstag dazu eingeladen, ihn näher kennenzulernen. Als Ort dafür wählte er die Friedenshalle in seinem Wohnort Großniedesheim.

Gegen 15 Uhr ist der Saal nur spärlich besetzt, Klaus Hug und der Ortsbürgermeister-Kandidat Tobias Lehr (FWG) können nur wenige Hände schütteln. Dafür bleibt ihnen mehr Zeit fürs persönliche Gespräch mit den nach und nach eintreffenden Bürgern und Parteifreunden. An einer Sitzgruppe haben sich Jugendliche eingefunden. Carolin und Alicia Hoff warten zusammen mit Simon Großer auf den Beginn des Kandidatenschaulaufens. Ausschließlich politisch ist ihr Interesse nicht. Die Schwestern haben auch familiäre Gründe hierher gebracht, schließlich moderiert ihr Vater Dirk Hoff-Biederbeck die Veranstaltung. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Großniedesheimer FWG. Nach einigem Zögern formulieren sie ihre Anliegen. Alicia beklagt, dass es keinen Pfarrer in der protestantischen Kirche gibt. Dafür finden die Mädchen die Jugendarbeit, die Tobias Lehr macht, umso besser. Es kämen auch Jugendliche aus benachbarten Gemeinden in den Jugendtreff, berichten die Schwestern. Carolin bemängelt die schlechten Busverbindungen. Davon kann auch Klaus Hug ein Lied singen. Seine Tochter sei ebenfalls Leidtragende, erzählt er der RHEINPFALZ am Rande. Regelmäßig verpasse sie in Frankenthal den Anschluss an den Bus nach Großniedesheim und müsse dann eine Dreiviertelstunde warten. Hier müsse mit dem Verkehrsunternehmen eine Verbesserung erreicht werden. Nach einer guten halben Stunde hat sich die Friedenshalle gefüllt, etwa 60 Besucher sind gekommen. Die erste Runde bestreitet Tobias Lehr, der gerne offen sein möchte für die Wünsche der Bürger, der Transparenz in die Ortspolitik bringen will. 25 Jahre Alleinregierung einer Partei – gemeint ist die SPD – seien nicht gut für die Demokratie. Er räumt zwar ein, dass man ihr auch einiges zu verdanken habe, doch werde vieles am Bürger vorbei geplant. Daran anknüpfend fragt Walter Keth nach dem Sachstand beim Bürger- und Sportzentrum, dass wie berichtet verkauft werden soll. Als Mitglied des TuS interessiere ihn, wie es weitergehe. „Was wird aus unseren Räumen, die wir dort seit 30 Jahren nutzen?“ Tobias Lehr gesteht: „Wir wissen es auch nicht, von der Verwaltung ist nichts zu erfahren.“ Auch die Zukunft der Kerwe, wenn dort eine Wohnanlage entsteht, treibt die Bürger um. Und die Frage nach der Zustimmung der FWG zum Verkauf des Bürger- und Sportzentrums. „Wir haben zugestimmt, weil es hieß, das Gebäude soll weiter für die Öffentlichkeit nutzbar sein“, antwortet Dirk Hoff-Biederbeck. Zwei Kegelbahnen und ein Bistro sollen dort verbleiben. Schließlich darf sich Klaus Hug im Interview mit dem Moderator präsentieren. Der 48-jährige Informatiker möchte seine langjährige Erfahrung aus der freien Wirtschaft einbringen. Er habe einen anderen Blick auf die Verwaltung, wolle Synergien bei der Fusion mit Lambsheim nutzen. Aus der Fusion solle ein harmonisches Ganzes entstehen. Zu diesem Zweck möchte der Kandidat Verbandsgemeindetage veranstalten, um die Bürger zusammenzubringen und die Zusammenarbeit der Vereine zu fördern. Auch der Bürgerservice liegt ihm am Herzen: „Ich möchte dort auch mal morgens um 7 Uhr was erledigen können.“ Auch sollten die Bürger mit ihrer Verwaltung und dem Bürgermeister online in Kontakt treten können. „Wo bleiben da die Alten?“, fragt Ursula Bodeit, „wir sind nicht online.“ Klaus Hug berichtet von guten Erfahrungen andernorts mit einem Bürgerbus. Sowohl Ursula Bodeit als auch Walter Keth haben ihre Wahlentscheidung noch nicht getroffen. Sie wollen sich auch bei den anderen beiden Parteien (SPD und CDU) informieren. Keht verrät, dass er die beiden FWG-Kandidaten noch nicht kannte. Die Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises, Rosemarie Patzelt (FWG), nutzte in der Friedenshalle die Gelegenheit, für die Angebote im Kreis zur Unterstützung und Pflege von Senioren zu werben. (enk)

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