Rhein-Pfalz Kreis Wohnhäuser in zentraler Lage
«Mutterstadt». Der Bebauungsplan Ringstraße-Nordwest 2 soll für eine Teilfläche geändert werden. Wie das Gebiet erschlossen werden soll, hat sich der Bauausschuss erläutern lassen und den Entwurf grundsätzlich begrüßt. Nun muss der Mutterstadter Gemeinderat in seiner Sitzung am 6. November entscheiden, ob er dem Konzept zustimmt.
Der Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 2000 und ist für eine Fläche zwischen Ringstraße und Schulstraße gültig. Die Umlegung beschloss der Mutterstadter Rat 2001, hob diesen Beschluss 2007 wieder auf. Damit wollte er ein Überangebot an Baugrundstücken vermeiden, da die Gemeinde parallel das Neubaugebiet Am alten Damm entwickelte. 2017 griff er das Vorhaben in der Ringstraße wieder auf mit dem Ziel, den alten Bebauungsplan teilweise zu ändern. „Es ist ein älteres Projekt. Der südliche Teil des Geltungsbereichs ist schon bebaut. Nun sollen die Vorgaben für den nördlichen, noch unbebauten Teil den aktuellen Bedingungen angepasst werden“, sagte Michael Heger vom Büro Werkplan aus Kaiserslautern. Er ist vom Erschließungsträger, der Haun Bauträger GmbH, mit der Bauleitplanung für das Vorhaben betraut worden. Sein Entwurf sieht überwiegend zweigeschossige Einfamilienhäuser vor. Sie sollen im Kern der Planfläche in einem reinen Wohngebiet entstehen, in den Randbereichen entlang der Schulstraße als Mischgebiet ausgewiesen werden. „Es sind auch zwei größere Grünflächen vorgesehen, das ist mit den Eigentümern abgestimmt“, sagte der Experte. Im Mischgebiet solle es erlaubt werden, das Dachgeschoss als Vollgeschoss auszubauen. Drei vollwertige Vollgeschosse sollen demnach nur an einem Punkt im Bebauungsplan zulässig sein. Die Anzahl der Wohnungen soll an den Straßen auf maximal zwei je Gebäude begrenzt werden, im rückwärtigen Teil der Grundstücke hingegen offen sein. Erschlossen werden soll das Gebiet über zwei Zufahrtsstraßen, eine im Osten und eine im Süden. „Vorgärten sollten möglichst von Zäunen sowie Mauern frei gehalten und Steingärten für unzulässig erklärt werden“, erläuterte Heger die Vorstellungen seines Auftraggebers. Dieser plane zudem viele Stellplätze auf den Grundstücken, auf der Fahrbahn hingegen nur einige wenige für Besucher. Ulf-Rainer Samel (CDU) hielt den Fokus auf Einfamilienhäuser und noch dazu so nahe an der Ortsmitte nicht für sinnvoll. Eine solche Bauweise werde den großen Bedarf an Wohnraum nicht decken können. Seine Fraktion würde daher mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser bevorzugen. Dem hielt Heger entgegen, dass der Zuschnitt der Grundstücke keine freistehenden Gebäude mit viel Freiraum ringsum zulasse, die Bebauung also mithin schon ziemlich dicht ausfallen werde. Ähnlich argumentierten die Sozialdemokraten. Grundsätzlich habe Samel mit seinem Hinweis zwar Recht, in diesem Gebiet jedoch sei der präsentierte Entwurf sinnvoll. Denn mehrere Mehrfamilienhäuser würden mehr Verkehr bedeuten und dieser sei über die Stichstraßen nicht abbildbar. In diese Richtung argumentierte auch Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Die Erschließung des Areals über die schmale Ringstraße bringe gewisse Limitierungen mit sich. Könnten die vorgeschriebenen zwei Stellplätze je Wohnung nicht auf den Grundstücken geschaffen werden, würden wieder alle Autos auf die Straßen gestellt. „Wir müssen daher in anderen Gebieten schauen, dass wir dort Mehrfamilienhäuser unterbringen.“ Am Ende empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, den Entwurf anzunehmen. Die Christdemokraten enthielten sich der Stimme, da sie das Thema erst in der Fraktion weiterberaten wollten. Daneben empfahl der Ausschuss dem Rat, den Aufstellungsbeschluss für den geänderten Bebauungsplan zu fassen.