Neuhofen
Wo soll der Memoriam-Garten hin?
Schifferstadt hat ihn schon, Waldsee auch. Nun möchte auch Neuhofen auf seinem Friedhof einen Memoriam-Garten anlegen lassen. Das Blumenhaus Jean Kullmann aus Ludwigshafen hat das Konzept bereits in der August-Sitzung dem Bau- und Grundstücksausschuss vorgestellt. Gestaltung, Bepflanzung und Grabpflege übernimmt für die Dauer der Ruhefrist ein Fachbetrieb. In der Regel sind sowohl Urnen- als auch Erdbestattungen möglich. Angelegt werden könnte der Memoriam-Garten in Neuhofen auf einer Parzelle am nördlichen Rand des Friedhofs. Der Wunsch der CDU, das Projekt weiterzuverfolgen wurde im Ausschuss einstimmig angenommen.
Im Ortsgemeinderat hingegen sorgt die gartenähnliche Gestaltung des möglichen Bereichs für Diskussionen. Einmal wegen der Optik. Arthur Nasel (SPD) befürchtet eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft auf dem Friedhof“ wegen der besonderen Gestaltung. Die CDU sehe lediglich die Randlage kritisch, erklärt André Schlosser. Auf dieser käme die Gestaltung nicht so gut zur Geltung. Doch in der Mitte des Friedhofs ist kein Platz mehr für den Garten.
Bis zur Erweiterung warten?
Was denn mit den noch nicht angelegten Flächen am nord-östlichen Rand des Geländes ist, will Nasel weiter wissen. Für ihn scheint es sinnvoller, mit dem Projekt bis zu einer Friedhofserweiterung zu warten. Das sieht die FDP nicht so. „Die vorgeschlagene Fläche finden wir gut“, sagt Gisela Kluger. Dass es – wie von Nasel befürchtet – langfristig zu wenig Flächen für Erdbestattungen geben soll, wenn der Garten angelegt wird, kann sie nicht nachvollziehen. „Der Trend geht zur Urnenbestattung. Und auf dem Friedhof werden immer wieder Flächen frei.“
Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung der SPD stimmt der Rat dann zu, die Fläche für einen Memoriam-Garten zur Verfügung zu stellen. Eine Bindung an das Blumenhaus Kullmann, erklärt Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP), sei aufgrund der Beratung jedoch nicht zwingend. Es können also weitere Angebote für die Gestaltung und Pflege der Fläche eingeholt werden.
Trauerhalle in Kirche
Einiger war sich der Rat bei der Nutzung der protestantischen Kirche als Trauerhalle. Die Kirchengemeinde möchte das Gotteshaus nach der Sanierung auch für andere Veranstaltungen öffnen. Daher hatte sie der Verwaltung angeboten, sie auch für konfessionsübergreifende Trauerfeiern zugänglich zu machen. Die Ortsgemeinde zahlt der Kirche pauschal ein Nutzungsentgelt von 110.000 Euro – weitaus weniger als der Neubau einer größeren Trauerhalle kosten würde. Der Ortsgemeinderat hat dem Vertrag in seiner jüngsten Sitzung geschlossen zugestimmt.