WALDSEE
Windelmüllsäcke in Waldsee sollen kommen
Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Rheinauen hat eine unbürokratische Vorgehensweise ausgearbeitet. Zunächst gilt das Angebot (Kosten für die Ortsgemeinde: 15.000 Euro) befristet auf ein Jahr, Verlängerung nicht ausgeschlossen. Mit der Einführung von „Windelsäcken“ geht ein seit vielen Jahren gehegter Wunsch der SPD nun in Erfüllung. Eltern von Kleinkindern bis zwei Jahren bekommen demnächst Post von der Verbandsgemeindeverwaltung und werden darüber informiert, dass sie ihr Jahreskontingent für 2020 – zwölf Müllsäcke – gegen Vorlage dieses Schreibens im Rathaus abholen können. Für Kinder, die im Laufe des Jahres geboren werden, oder Familien, die zuziehen, gibt es die Säcke bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt. Zurzeit sind in der Ortsgemeinde Waldsee 137 Kinder in dieser Altersgruppe gemeldet.
„Etwas komplizierter ist das bei pflegebedürftigen Erwachsenen, da diese in keiner Datenbank erfasst sind“, erklärte Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) bei der Sitzung des Sozialausschusses der Ortsgemeinde Waldsee. Deshalb wird es einen Aufruf über das Amtsblatt geben. Die Pflegebedürftigkeit muss allerdings nachgewiesen werden. In Absprache mit den Waldseer Hausärzten können sich die Angehörigen auf einem Formular die Bedürftigkeit vom Arzt bestätigen lassen und sparen sich so die Attestgebühr von zehn Euro.
Bei den Windelsäcken handelt es sich um ganz normale rote Restmüllsäcke, die üblicherweise drei Euro pro Stück kosten. Die Verwaltung hat bereits ein erstes Kontingent von 2000 Säcken bestellt, ist also gerüstet. Ende des Jahres wird der Ortsgemeinderat dann Bilanz ziehen und über eine Fortführung der Aktion beraten. Der Vorschlag des Sozialausschusses muss noch vom Haupt- und Finanzausschuss abgesegnet werden.
Kommentar: Schöne Geste
Ein Müllsack kostet drei Euro, zwölf Windelsäcke bekommen Eltern oder Angehörige im Jahr. Das spart 36 Euro. Nicht die Welt, aber darum geht es gar nicht unbedingt. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung für Menschen, die sich um andere kümmern und dabei auch immer mal wieder an ihre Grenzen kommen. Schön, dass sich die Verwaltung bemüht, die Ausgabe der Säcke so unbürokratisch wie möglich zu machen.