Limburgerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Wie man Seelsorger in Corona-Zeiten verabschiedet

Im Waldstadion werden Kaplan Thomas Ott (links) und Pfarrer Dominik Geiger (rechts) verabschiedet. Natürlich gibt es aus der Pfa
Im Waldstadion werden Kaplan Thomas Ott (links) und Pfarrer Dominik Geiger (rechts) verabschiedet. Natürlich gibt es aus der Pfarrei auch Geschenke – sogar körbeweise.

Wie verabschiedet man liebgewonnene Seelsorger und was gibt man ihnen mit auf den Weg? Und das zu Corona-Zeiten, wo volle Kirchen nicht gestattet sind? Die Pfarrei Heiliger Christophorus, zu der die Gemeinden Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee gehören, hat eine Lösung gefunden: einen Open-Air-Gottesdienst im Waldstadion Limburgerhof und eine Reihe kreativer Geschenke.

Die Schlange der gut 90 Messdiener reicht nicht nur wegen des coronabedingten Mindestabstands um das halbe Waldstadion. Vielmehr ist es ein Dankeschön der Jungen und Mädchen für Pfarrer Dominik Geiger und Kaplan Thomas Ott. Denn die beiden waren Hauptansprechpartner für viele der rund 180 Messdiener der Pfarrei. Die jungen Christen füllen die Tribüne. Die anderen Gottesdienstbesucher aus allen fünf Gemeinden verteilen sich auf Picknickdecken und Klappstühlen rund um diese.

Sie alle wollen Geiger und Ott am Sonntagvormittag Adieu sagen. Geiger kam vor fünf Jahren als Kaplan in die Pfarrei, die vergangenen drei Jahre war er Kooperator. Er wird zum 1. Oktober leitender Pfarrer der Pfarrei Heilige Cäcilia Ludwigshafen, zu der die Stadtteile Hemshof und Friesenheim gehören. Ott hat in Waldsee die ersten drei Jahre seiner Kaplanszeit verbracht. Er wird ab 1. September Kaplan in Pirmasens.

Auch ein Pfarrer braucht einen Werkzeugkasten

Was wäre ein Abschied ohne Geschenke? Von Dekan Frank Aschenberger und den beiden Pastoralreferentinnen Doris Heiner und Barbara Jung-Kasper bekommen Ott und Geiger im Gottesdienst eine ganze Wanne kleiner, nützlicher Geschenke, verbunden mit guten Ratschlägen überreicht: unter anderem ein Glas Pfarrhaushonig, zur Erinnerung an die schönen Momente, und eine Flasche Magenbitter für Dinge, die schwer zu verdauen sind. Eine Box für Servietten soll an die vielen gemeinsamen Mittagessen des Seelsorgerteams erinnern und dazu ermutigen, diese wertvolle Tradition in der neuen Pfarrei nicht zu vergessen. Ganz wichtig ist ein Werkzeugkasten, weiß Dekan Aschenberger aus eigener Erfahrung: 30 Prozent der Stelle eines Pfarrers seien Hausmeistertätigkeiten, vom Müllrausbringen bis zu Anrufern, die sofort Abhilfe bei defekten Heizungsventilen oder klemmenden Türschlössern fordern.

Ein dickes Buch mit guten Wünschen

Die beiden Priester sind nun dafür gewappnet. Allerdings sollen sich Geiger und Ott auch in ihrer neuen Stelle Zeit nehmen zum Innehalten und um mit Gott zu sprechen. Dafür gibt es eine 45-Minuten-Sanduhr. Ott, der bei den vielen Messdienertreffen gerne Mal Pizza besorgte, bekommt einen Pizza-Schneider, um das auch in der neuen Pfarrei beibehalten zu können. Geiger, der nun eine eigene Pfarrei leitet, ein Kehrblech und einen Besen. Schließlich müsse ein Pfarrer auch mal in die Knie gehen und Scherben zusammenkehren, die man meist selbst gar nicht verursacht habe, sagt Aschenberger. Die Pfarreiratsvorsitzende Christine Tisch überreicht Lebensmittel, die in den fünf Gemeinden produziert wurden, als Andenken.

Die Messdiener bedanken sich bei Pfarrer Geiger und Kaplan Ott für die schöne Zeit. Höhepunkte seien die Fahrten nach Südtirol, Berlin, Rom und eine Segelfreizeit gewesen. Eine besonders schönes Andenken für die scheidenden Seelsorger ist dickes ein Buch, in dem viele der Messdiener ihre ganz persönlichen Erinnerungen und guten Wünsche aufgeschrieben haben. Denn, das wurde deutlich, für die Jugendlichen sind Dominik Geiger und Thomas Ott nicht einfach Priester, sondern Freunde.

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