Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Wie laufen derzeit Beerdigungen ab?

Doris Heiner
Doris Heiner

Alles ist anders in diesem Jahr. Nicht nur die Gräbersegnung an Allerheiligen. Gerade bei Beerdigungen werden die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie als besonders schmerzhaft empfunden. Doris Heiner, Pastoralreferentin in der Pfarrei Heiliger Christophorus, spricht über ihre Erfahrungen in dieser Zeit.

Frau Heiner, können Sie sich noch an die erste Beerdigung während des Lockdowns erinnern?
Ja, das war in Neuhofen. Wir haben uns im ganz kleinen Kreis am Grab getroffen und Abschied genommen. Die Angehörigen waren von der veränderten Situation schon erschüttert. Die wenigen Teilnehmer mussten weit auseinander stehen. Den Angehörigen fehlt in dieser Situation die Gesellschaft: die Menschen, die ihre Wertschätzung für den Verstorbenen durch die Teilnahme an der Beerdigung ausdrücken, das Kaffeetrinken im Anschluss, wo über den Verstorbenen gesprochen wird. Auch für Menschen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören, war es gerade in den Anfangsmonaten der Pandemie schlimm, dass sie nicht mit auf den letzten Weg gehen durften.

Ganz so strikt sind die Begrenzungen im Moment noch nicht wieder, aber einiges ist und bleibt anders.
Die Friedhofskapellen sind wieder für eine begrenzte Teilnehmerzahl nutzbar. Weitere Trauergäste stehen mit Abstand auf dem Friedhof. Der Gemeindegesang fehlt den Menschen in den Orten, in denen das Brauch war. Die Chöre, die verstorbenen Mitgliedern musikalisch die letzte Ehre erweisen, dürfen das nicht mehr so wie früher, höchstens über den Friedhof verteilt. Auch auf die Kondolenzlisten in der vorher üblichen Form muss verzichtet werden.

Was bedeuteten Beerdigungen unter Pandemie-Bedingungen für sie als Seelsorgerin?
Wir müssen auf Zeichen wie Weihwasser und Erde verzichten und können nur die Worte dazu sagen. Am Anfang war es auch für uns schlimm, Trauergespräche mit den Angehörigen nur telefonisch führen zu können. Das ist zum Glück wieder anders.

Gibt’s nicht wenigstens ein Körnchen Gutes an der Situation?
Die Beisetzungen im kleinen Kreis sind vielleicht noch familiärer geworden.

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