Hochdorf-Assenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wie „ein Vorzeigebeispiel“ Bezahlbarkeit mit sozialer Teilhabe vereinen soll

Machen sich ein Bild vom Bauprojekt (von links): Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbands Volker Spindler, Sozialministerin Dör
Machen sich ein Bild vom Bauprojekt (von links): Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbands Volker Spindler, Sozialministerin Dörte Schall, Landrat Clemens Körner (CDU) und Bürgermeister Stefan Veth (CDU).

Wohnen und Arbeiten in einem Haus – das Konzept wird in Hochdorf-Assenheim verwirklicht. Ministerin Dörte Schall (SPD) informierte sich über das geförderte Projekt vor Ort.

Der Standort in Hochdorf-Assenheim sei besonders günstig, weil der Kreiswohnungsverband (KWV) ein größeres Projekt mit drei neuen Häusern umsetze. Eines davon werde die Tagesförderstätte im Erdgeschoss beherbergen, darüber die Wohnungen für die Menschen mit Behinderungen, die dort arbeiten. „Ich bin froh, dass ich das hier noch zeigen kann“, sagte der scheidende Landrat Clemens Körner (CDU). Er bedankte sich bei Verbands- und Ortsgemeinde für die Zusammenarbeit.

Die Tagesförderstätte im Erdgeschoss soll 200 Quadratmeter umfassen, die darüber liegenden beiden Wohnungen ebenfalls jeweils diese Fläche haben. In den beiden benachbarten Häusern sollen 24 Wohneinheiten entstehen. Sozialministerin Dörte Schall (SPD) würdigte das Konzept als zukunftsweisend. „Inklusion geschieht dort, wo alle Menschen sind“ sagte sie. Die Menschen mit Behinderungen können dort am Leben teilhaben. Die Baukosten liegen bei 2,75 Millionen Euro, das Land gibt über die Investitions- und Strukturbank ein zinsvergünstigtes Darlehen von rund 1,4 Millionen Euro und einen Tilgungszuschuss von 566.000 Euro.

Mitten in der Gesellschaft

Das Wohnangebot ist für acht Erwachsene mit hohem Unterstützungsbedarf. Die Lebenshilfe Ludwigshafen werde die Menschen rund um die Uhr begleiten, sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Hans-Christoph Ketelhut. Jede Wohneinheit sei eigenständig mit Küche, Wohnzimmer und barrierefreiem Bad. Damit sei Privatsphäre möglich. Ziel sei, dass die Menschen nicht am Rande der Gesellschaft sind, sondern mitten in der Gesellschaft leben und arbeiten, betonte Ketelhut.

Die Teilhabe ist auch das Ziel der Tagesförderstätte, die vom Ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz betrieben wird. In welcher Weise die Förderung den Bewohnern zugute kommen soll, werde von deren konkreten Bedürfnissen und Fähigkeiten abhängen und individuell zugeschnitten werden, sagte Bettina Rivera, die den Geschäftsbereich Teilhabe des Gemeinschaftswerks leitet. Dazu kann auch Zusammenarbeit mit Geschäften am Ort gehören. Dafür sei die Lage in einer noch übersichtlichen Ortsgemeinde gut geeignet. Neu sei an diesem Konzept, dass es sich um eine vergleichsweise kleine Einheit von Förderstätte handle.

Projekt passt zur Gemeinde

Das Gemeinschaftswerk betreibt an seinem Stammsitz in Oggersheim sowie im Schifferstadter Industriegebiet Lettenhorst Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderungen arbeiten. Dazu gehören unter anderem Sortier- und Verpackungsaufgaben. In Schifferstadt gibt es auch eine Gartenbau-Abteilung. Möglich werde das Betreiben einer kleinen Einheit durch die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe. Bürgermeister Stefan Veth (CDU) bedankte sich bei der Ortsgemeinde, vertreten durch Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG), für die gute Zusammenarbeit beim Finden der geeigneten Grundstücke. Schmitt begrüßte das Projekt, das gut zur kleinen Ortsgemeinde passe und dort einen sehr guten Standort habe.

In zwei weiteren angrenzenden Häusern baut der Kreiswohnungsverband 24 Wohneinheiten, von denen 18 barrierefrei zugänglich werden sollen. Auch dort fördert das Land. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen (SPD) nannte in ihrem schriftlich übermittelten Grußwort das Gesamtprojekt „ein Vorzeigebeispiel, das Bezahlbarkeit mit sozialer Teilhabe vereint und den Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben erlaubt. Folker Gratz, Leiter der Förderbank des Landes (ISB) erklärt: „Mit der Förderung setzen wir ein klares Zeichen für Inklusion und eine Gesellschaft, in der jeder Mensch selbstbestimmt leben kann.“ Im Anschluss zeigte und erläuterte der Geschäftsführer des KWV, Volker Spindler, Schall die Pläne auf Tafeln im Rohbau des mittleren Hauses.

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