Rhein-Pfalz Kreis Wehe, wenn sie losgelassen

Bei diesem toten Rehkitz sind deutlich Bissspuren am Hals zu erkennen. Sie stammen vermutlich von einem Hund.
Bei diesem toten Rehkitz sind deutlich Bissspuren am Hals zu erkennen. Sie stammen vermutlich von einem Hund.

Bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Pfalz-Kreises häufen sich jetzt im Frühling wieder die Klagen über freilaufende Hunde. Von der Leine gelassen machen sie nicht selten Jagd auf Rehe und zerstören die Gelege von am Boden brütenden Vögeln.

Es gibt Schwerpunkte wie das Landschaftsschutzgebiet Heidewald bei Birkenheide und Maxdorf oder die beiden Naturschutzgebiete Sporen bei Bobenheim-Roxheim und Flotzgrün bei Römerberg. „Aber auch im übrigen Landkreis schädigen verantwortungslose Hundeführer immer weitere Bereiche in erheblichem Ausmaß“, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Willi Aures, einer der Naturschutzbeauftragten im Rhein-Pfalz-Kreis, ärgert sich über das sture Verhalten mancher Menschen, die ihre Hunde frei laufen lassen. Er hat erlebt, wie ein Hund durchs Rapsfeld jagte und ist den schrillen Klagerufen des Rehs gefolgt. Was der Naturschützer entdeckte, war kein schöner Anblick: Der Hund hatte sich in das Hinterteil des Rehs verbissen, es war nicht mehr zu retten. „Die Keule war total zerfetzt“, berichtet Aures. „Die Besitzerin des Hundes wollte nicht glauben, was ihr Hund angerichtet hatte.“ Im April werden laut Kreisverwaltung die meisten Rehe gerissen. Das liege unter anderem daran, dass die weiblichen Tiere hochträchtig und damit eine leichtere Beute seien. Später im Frühling würden Jungtiere, „allzu häufig Opfer von unbeaufsichtigten Hunden“, so die Kreisverwaltung, die stichprobenartig kontrolliert, ob sich die Kreisbürger an die Anleinpflicht halten. Wenn nicht, können Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängt werden.

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