Rhein-Pfalz Kreis Weg frei für die Fahrradstraße
«Mutterstadt.» Die Mutterstadter möchten den Fahrradverkehr in ihrer Gemeinde, durch sie und um sie herum angenehm und sicherer gestalten. Mehrere Vorschläge hierzu hat das Gremium für Verkehrsfragen in der Sitzung am Dienstag befürwortet. Allen voran soll die Gartenstraße als Fahrradstraße ausgewiesen werden.
Auf den Hauptverkehrsrouten in Mutterstadt ist viel los. An einigen Stellen ist die Verkehrslage problematisch. Auf manche Straßen trauen sich die Menschen deshalb mit dem Fahrrad nur ungern und gar nicht. Als Beispiel hierfür nannte der Beigeordnete und Beiratsvorsitzende Volker Strub die Speyerer Straße. Deshalb wird im Dorf schon länger darüber diskutiert, wie die Lage für Radfahrer verbessert werden kann. Um Ideen zu sammeln, gab es einen öffentlichen Workshop zum Thema. Daraus ging der Arbeitskreis Fahrrad hervor, der am 15. Februar zum ersten Mal tagte – mit Vertretern aller Ratsfraktionen und der Agenda 21. Das Klima sei bei beiden Veranstaltungen toll gewesen, die Teilnehmer hätten sich kreativ eingebracht, lobte Strub. „Und schon beim ersten Treffen des Arbeitskreises wurde überraschenderweise ein Konsens erzielt“, hob er hervor. Dieser Konsens umfasste drei Vorschläge. Erstens: Die Gartenstraße durchgängig als Fahrradstraße ausweisen. Zweitens: In der Blockfeldstraße zwischen der Einmündung Schlesierstraße bis kurz vor die Von-Ketteler-Straße auf beiden Seiten Schutzstreifen für Fahrradfahrer einzeichnen und auf der Ostseite von der Von-Ketteler-Straße bis zur Einmündung Stuhlbruderhofstraße eingeschränktes Halteverbot anordnen. Drittens: Durch eine entsprechende Beschilderung den überörtlichen Radverkehr ringförmig um Mutterstadt leiten sowie den Weg zur Ortsmitte ausschildern und so Nord-Süd- sowie Ost-West-Routen schaffen. Die Gartenstraße sei für das Vorhaben geeignet, erklärte Polizeioberkommissar Marc Klenk von der Inspektion Schifferstadt. Er empfahl, den Unterschied zu den anderen Straßen baulich hervorzuheben. Denn Autos und Motorräder dürften in einer Fahrradstraße ebenfalls verkehren, den Fahrern müsse aber klargemacht werden, dass hier vornehmlich Fahrradverkehr herrscht und sie sich diesem anpassen müssen. Werner Stubenrauch von der Agenda 21 hielt eine Fahrradstraße für einen großen Schritt in die richtige Richtung. „Ich bin von diesem Ergebnis begeistert, auch wenn es noch nicht perfekt ist“, sagte Elias Weinacht (Grüne). Die Gartenstraße als Fahrradstraße auszuweisen, habe den Charme, dass die Integrierte Gesamtschule in der Nähe sei und sie auch als Schulweg dienen könnte, fand Isabel Schneider (SPD). Ulf-Rainer Samel (CDU) bezweifelte, ob eine Fahrradstraße wirklich angenommen werde. Ob es etwas bringt, solle mit dem Versuch herausgefunden werden, sagte Walter Altvater (Grüne). Zu den geplanten Schutzstreifen merkte Klenk an, dass diese mindestens 1,25 Meter breit sein müssen und durchgehend – also auch an Einmündungen – nur auf Vorfahrtsstraßen markiert werden dürfen. Die Blockfeldstraße sei jedoch keine Vorfahrtsstraße. „Das stimmt, das ist das größte Problem. Da müssen wir eine gute Lösung finden“, räumte Strub ein. Am Ende sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, die drei Vorschläge umzusetzen. Damit das funktionieren kann, hob es außerdem den Beschluss vom 14. März 2017 für Parkboxen in der Blockfeldstraße auf.