Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Alexandra Lähn fast schon logischerweise neue Stadtbücherei-Leiterin ist

Alexandra Lähn hat Anfang Februar die Leitung der Stadtbücherei Schifferstadt übernommen.
Alexandra Lähn hat Anfang Februar die Leitung der Stadtbücherei Schifferstadt übernommen.

Alexandra Lähn ist die neue Leiterin der Stadtbücherei Schifferstadt. Nach elf Jahren im Team ist ihre Arbeitsstelle für sie bereits zu einem zweiten Zuhause geworden.

Wenn Alexandra Lähn morgens die Stadtbücherei Schifferstadt betritt, kommt sie nicht nur zur Arbeit, sondern in ihr zweites Zuhause. Zwischen Büchern und Buchliebhabern fühlt sich die 34-Jährige einfach am wohlsten. Seit Anfang Februar leitet sie nun die Stadtbücherei. Teil des Teams ist sie aber bereits seit elf Jahren, rund acht Jahre davon als stellvertretende Leiterin. Und daran, dass sie ihren Beruf liebt, lässt sie keinen Zweifel: „Ich gehe wahnsinnig gerne arbeiten und kann mir auch nichts anderes vorstellen“, schwärmt Lähn.

Dabei hätte die in Schwetzingen lebende Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste fast eine andere Richtung eingeschlagen. Während ihrer Schulzeit habe sie noch gedacht, sie würde später eine Ausbildung im Hotelfach machen, sagt sie. Nach der Werkrealschule besuchte sie ein Berufskolleg in Heidelberg mit Schwerpunkt Wirtschaft und stellte fest, dass ihr eine reine Wirtschaftsschule gar nicht liegt.

Alexandra Lähn wechselte auf ein sozialpädagogisches Gymnasium, doch dann änderte ein Praktikum bei der städtischen Bücherei in Schwetzingen ihre bisherigen Pläne. „Aus einer Woche wurden zwei“, erinnert sie sich. „Und im Jahr darauf habe ich in den Ferien vier Wochen dort gearbeitet.“ Ihr Berufswunsch stand nun fest, und so verließ sie die Schule nach der zwölften Klasse und begann die dreijährige Ausbildung.

Lesen auch privates Hobby

Rückblickend erscheint diese Entscheidung wenig überraschend, schließlich war die 34-Jährige schon als Kind Dauergast in Büchereien. „Ich hatte für Schwetzingen und Oftersheim einen Ausweis“, verrät sie. „Seit ich lesen kann, habe ich durchgängig gelesen“, sagt Lähn. Das ist bis heute so geblieben. „Nach der Arbeit lese ich am liebsten, auch gern mal zwei bis drei Stunden“, erzählt die Büchereileiterin. Dazu mache sie es sich mit einem Tee im Sessel gemütlich. Fernsehen schaue sie dagegen fast nie.

Wenn sie in Urlaub fahre, nehme sie für zwei Wochen 14 bis 15 Bücher mit, berichtet Alexandra Lähn. „Die kriegen immer ihre Extra-Tasche“, gibt sie zu und lacht. Lediglich bei Flugreisen verzichte sie auf die bedruckten Seiten. Dann müsse eben der E-Book-Reader herhalten.

Schon immer habe sie sich für Fantasy-Geschichten begeistert. „Später kam dann noch Romance dazu“, erzählt Lähn. „Krimis und Thriller lese ich eigentlich gar nicht. Dieses Genre übernehmen die Kolleginnen.“ Es traf sich daher gut, dass sie schon bald nach ihrem Einstieg den Jugendbuchbereich übernahm.

Bücher nicht nur nach Cover aussuchen

Dazu gehört auch die Leseförderung an den Schulen, die Lähn als Vertreterin der Stadtbücherei seit Jahren betreut. „Ich finde es wichtig, dass Schulen mit einbezogen werden“, sagt sie und bezieht sich damit ausdrücklich nicht nur auf die Grundschulen. „Leseförderung hört ja nicht auf, weil die Kinder in weiterführende Schulen kommen“, ist sie überzeugt.

Deswegen unterstützt die Stadtbücherei zum Beispiel das Paul-von-Denis-Gymnasium, das regelmäßig Autorenlesungen für die fünften und siebten Klassen veranstaltet. Buchcastings führt Alexandra Lähn mit fünften und sechsten Klassen durch. Dabei stellt sie den Schülern je fünf Bücher aus drei Genres vor – allerdings nur häppchenweise, damit die Jungen und Mädchen die Bücher nach Kriterien wie Titel, Cover oder Klappentext weiter wählen oder aussortieren. Mit dieser Methode wolle sie zeigen, dass man Bücher nicht immer nur nach dem Cover aussuchen sollte. „Euch entgehen so viele gute Geschichten“, erkläre sie den Schülern.

Gute Geschichten kennt sie viele. Eine Buchreihe, die sie empfiehlt, ist „Throne of Glass“ von Sarah J. Maas. „Die Reihe hat alles, was mein Fantasyherz höher schlagen lässt: eine starke Protagonistin, ein faszinierendes und komplexes Worldbuilding, eine Handlung mit epischen Wendungen und viel emotionaler Tiefe“, schwärmt die Fantasy-Expertin.

Bücherei zum Wohlfühlort machen

Aber auch für Fans romantischer Literatur hat sie einen Tipp: „Today I’ll talk to him“ von Bianca Wege, der erste Band einer Reihe für junge Erwachsene. „Das ist richtig süß zu lesen“, sagt Alexandra Lähn, die findet: „Manchmal muss es einfach ein Zuckerschock sein.“

Die 34-Jährige berät gerne Leser, die auf der Suche nach neuen Titeln sind. Am einfachsten sei es, wenn jemand beschreibe, welche Art von Geschichten er gerne möge. Aber auch die Suche nach bestimmten Büchern, deren Titel den Bücherei-Besuchern entfallen sind, ist kein Problem für sie und ihr Team. „Wir finden fast jedes Buch“, ist Lähn sich sicher. Ein wenig Detektivarbeit gehöre eben auch zu ihrem Job.

Was ebenfalls dazugehört, ist der Umgang mit Menschen – mit den Lesern, aber auch mit Autoren, die zu Lesungen in die Stadtbücherei kommen. Diesen Bereich möchte Alexandra Lähn künftig noch weiter ausbauen, sodass mehr Genres vertreten sind und für mehr Zielgruppen etwas geboten wird. „Wir hatten letztes Jahr das erste Mal eine New-Adult-Lesung“, sagt die Leiterin, die spezielle Veranstaltungen für Senioren plant und sich auch Angebote wie einen Zeichenworkshop vorstellen kann.

Ihr Ziel ist es, die Bücherei als Ort zu gestalten, an dem die Menschen sich wohlfühlen und so auch an der Gestaltung des Stadtlebens mitwirken. Dabei kann sie auf die engagierten Mitarbeiterinnen zählen. „Es ist ein super Team“, lobt Lähn. All diese Aspekte machen ihre Arbeit für sie „einfach perfekt“. Die 34-Jährige ist sich sicher: „Das ist das Beste, was mir hätte passieren können.“

x