Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Waldseer Angler befreien Schlicht und andere Gewässer von Unrat des Sommers

Die Angler mit Julian und Jonas und dem gesammelten Müll.
Die Angler mit Julian und Jonas und dem gesammelten Müll. Foto: rnc

Die Mitglieder des Waldseer Angelsportvereins sind wasserfest: Trotz immer wieder ausbrechenden, mehr oder weniger starken Regens haben sie am Samstag ihren Dreck-weg-Tag durchgehalten und die von ihnen betreuten Gewässer vom Müll befreit. Den hinterlassen Badegäste, Partyfeierer, „wilde“ Camper und Hausmüll-Entsorger meist in der wärmeren Jahreszeit dort Jahr für Jahr aufs Neue.

Die Angler aus Waldsee betreuen drei Gewässer: die Schlicht – wo auch ihr Vereinshaus steht –, Marxweiher und Schulgut. An der Schlicht geht die Waldseer Gemarkung in die von Neuhofen über, aber wo sie schon gerade dabei waren, haben die Angler auch am Neuhofener Ufer sauber gemacht. Andersherum würden die Kollegen aus Neuhofen auch das Waldseer Gebiet nicht aussparen bei ihren eigenen Reinigungsaktionen, versicherten die Waldsee.

Es waren dieses Mal 20 Ehrenamtliche, die die Ärmel hochgekrempelt hatten, zusätzlich waren noch Julian und Jonas, drei und fünf Jahre alt, eine große Hilfe und schafften den Abfall herbei, so viel ihre kleinen Arme tragen konnten. Vereinsvorsitzender Klaus Tremmel hatte wie jedes Jahr einen Container von zehn Kubikmeter Fassungsvermögen bei der Kreisverwaltung bestellt. „Der wird jedes Jahr voll“, sagte Tremmel mit einem Anflug des Bedauerns.

Müll wohl nicht von den Stammgästen

Vom gegenüberliegenden Ufer fuhren die Helfer die Last per Fischerkahn heran. Es ist schwer nachzuvollziehen, was alles den Sommer über am Ufer oder Wasserrand „vergessen“ wird: Campingstühle etwa und die Gestelle von Sonnenschirmen mit deutlichen Brandspuren, Grills, auf denen man gerade noch das Abendessen zubereitet hatte, und jede Menge leerer Flaschen, aber auch Unterwäsche, die Radkappen von Autos und ganze Einkaufswagen vom nahegelegenen Supermarkt – voll mit Müll.

Es seien wohl weniger die Stammgäste, die an den meisten warmen Tagen kommen und die nicht unbedingt im eigenen Dreck sitzen wollten, die den Müll anhäufen, sondern eher die nächtlichen Partyfeierer, die beim Zusammenpacken wohl nicht immer noch den vollen Überblick haben, vermuten die Angler.

Die waren dafür den kompletten Samstagvormittag mit dem Aufräumen der Gewässerlandschaften beschäftigt. Wie lange sie schon für Sauberkeit an den Ufern sorgen, weiß keiner von ihnen mehr so genau, aber garantiert seit den 1970er-Jahren. Nach getaner Arbeit warteten etliche Riesenpizzas im Vereinsheim auf die fleißigen Helfer. Die verzehrten sie mit dem guten Gefühl, etwas Gutes und Wichtiges für die Umwelt getan zu haben.

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