Rhein-Pfalz Kreis Von New York nach Maxdorf

91-94924674.jpg

Maxdorf. Paul Poje will am 5. März der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maxdorf werden. Am Mittwochabend hat sich der Christdemokrat in seinem Heimatort den Bürgern vorgestellt. In seinem Fokus: die Neuorganisation und Umstrukturierung der Verwaltung und das Zurückgewinnen des Vertrauens in deren Abläufe.

Paul Poje ist gut gelaunt, er lächelt viel an diesem Abend und begrüßt seine Gäste mit einem festen Händedruck. Ein Plausch mit dem Landrat und Parteikollegen Clemens Körner hier, ein Schwätzchen mit den Bürgern da. Ob das Motto des Abends „Weck, Worscht und Woi“ wohl dazu beigetragen hat, dass der Saal in der Hauptstraße 66a mit rund 40 Personen fast voll besetzt war? Sylvia Reis ist „total überwältigt“ angesichts der vielen Zuhörer, als sie ihren „herzallerliebsten Paul Poje“ vorstellt. Sie teilt mit ihm die Partei und ist Vorstandsmitglied im Verein für Geschichte und Kultur, der sonst in dem Raum tagt. Der so Gelobte stellt sich an den Stehtisch und beginnt zu reden. Zunächst von seiner Geburt in New York, dem Umzug nach Maxdorf und seinem Aufwachsen „in der Siedlung“. Ein „echter Kulturschock“ sei das gewesen, Ende der 1960er Jahre. Poje arbeitet seit mittlerweile fast 31 Jahren bei der BASF in der IT. „Und jetzt willst du aufhören?“, ruft ein Zuhörer. Poje erklärt: „Wenn man so lange Kommunalpolitik macht, dann prägt das. Aber es macht auch Spaß, und man stellt sich irgendwann die Frage, was für Steigerungen es gibt.“ Da sei es naheliegend gewesen, jetzt in einem Amt „Verantwortung zu übernehmen“. Immer wieder streut der 56-Jährige Anekdoten ein: von den Sommermonaten seiner Jugend, als er mit Freunden ins Freibad nach Lambsheim gelaufen sei, vom Amerika-Urlaub. Er erntet Lacher und Kopfnicken. Und er erzählt, für was er sich als Verbandsbürgermeister stark machen möchte: Die Versorgung mit einem 24-Stunden-Dienst des Ordnungsamts sei nicht umsetzbar, „da hat der Entsprechende die Rechnung wohl ohne die Verwaltung gemacht“. Auch den Hochwasserschutz, die Zuständigkeit für die Sporthallen in der Verbandsgemeinde oder die Feuerwehr sieht er als „selbstselbstverständlich“. Die Aufgaben seien schließlich Teil der Landesverordnung. Poje möchte dagegen die Verwaltung modernisieren: „Sie muss von Grund auf neu strukturiert und organisiert werden“, sagt er. Die Arbeitsabläufe ließen sich effizienter und effektiver gestalten. „Das Hauptziel ist es, die Verwaltung so in Schuss zu bringen, dass die Bürger sie als Dienstleister in Anspruch nehmen können.“ Außerdem sei ein Teil des Vertrauens in die Verwaltung verloren gegangen. Das „möchte ich zurückerlangen.“ Eine Doppelbesetzung der Ämter, wie dies zurzeit der Fall sei (Marie-Luise Klein, SPD, ist Verbandsbürgermeisterin und Ortsbürgermeisterin in Fußgönheim), schließt er für sich aus: „Wir haben drei autarke Ortsgemeinden. Da muss der Verwaltungsschritt aus der Neutralität heraus geschehen.“ Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) möchte „das Zugreifen zur Fleischwurst nicht unnötig verzögern“, aber eines will er noch loswerden: Für ihn sei Poje der Einzige der drei Kandidaten, „der das alles verwirklichen kann“.

x