Rhein-Pfalz Kreis Von „Hair“ über „Sweeney Todd“ zu „Tarzan“

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Böhl-Iggelheim. Mit einer musikalischen Zeitreise durch 80 Jahre Musicalgeschichte begeisterte die Musicalgroup Böhl-Iggelheim am Samstagabend knapp 120 Zuschauer in der Halle des TSV Iggelheim. Die Darsteller trugen dabei Lieder aus über 30 bekannten Stücken vor.

Mit „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ begrüßte Vorsitzender Christian Heyden die Gäste. Anschließend lud „There’s no business like show business“ aus dem Musical „Annie get your gun“ zum Mitklatschen ein. Immer wieder streute Heyden dabei Informationen aus der Geschichte der Musicals ein: „Motive sind die Blumenverkäuferin oder Nonnen auf Abwegen, damit bekommt man jede Stadthalle voll“, erläuterte er die Zutaten für Musicals der 1940er-Jahre. Doch mit der Zeit haben sich auch die Inhalte der Musicals gewandelt. In den 70er-Jahren war auf der Bühne eher die dunkle Seite gefragt. „Bei Sweeney Todd durfte man bei den Vorstellungen nicht weiß angezogen in den ersten Reihen sitzen“, erzählte Heyden den Zuschauern. Ein Windmühlenflügel und Blumen mit Messern im Hintergrund stellten dabei das Bühnenbild dar. Mit ihren weiteren Auftritten bewies die Musicalgroup Vielseitigkeit. Schmachtballaden aus „Grease“ oder Rockiges aus „Queen“ standen auf dem weiteren Programm. Von einem Podest auf der Bühne aus verteilte Lisa Bier Blumen – zu den Klängen von „Hair“. Um sie herum tanzte und sang die Hippiegemeinde in bunten Farben und mit Blumenkränzen im Haar. Und auch die anderen Sängerinnen verteilten anschließend eifrig Blumen. Ein langes Medley über die Jahre 1939 bis 1986 vereinte Passagen aus bekannten und unbekannteren Stücken. Um das Gesungene besser einordnen zu können, wurden zu jedem Lied Schilder mit der jeweiligen Jahreszahl gezeigt. Zum Publikumsliebling wurde der „Timewarp“. Dominik Konrad stand dabei mit einer Malerstaffelei vor der Bühne und zeigte die Schritte an. „It’s just a jump to the left“ wurde mit einem hüpfenden Männchen bebildert. Nicht fehlen durften natürlich die Musicals aus der Feder von Andrew Lloyd Webber. So standen auch „Cats“, „Das Phantom der Oper“ und „Starlight Express“ auf dem Programm. „Always look on the bright side of life“ brachte ebenfalls Leben in den Saal. Leuchtstäbe wurden verteilt und die Sporthalle verwandelte sich in ein wogendes Lichtermeer. Den Abschluss bildeten aktuelle Klassiker wie etwa „Tarzan“, „Die kleine Meerjungfrau“ und „Der König der Löwen“. Auch dazu gab es Schilder mit Jahreszahlen und einem kleinen Symbol, das beim Erkennen des Musicals half. Ein Affe für Tarzan oder ein Krebs für die Meerjungfrau. Das Publikum ließ die Sänger erst nach mehreren Zugaben von der Bühne und feierte das Ensemble am Ende der Vorstellung. (mja)
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