Rhein-Pfalz Kreis Vier Tote nach BASF-Explosion

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Der 17. Oktober ist ein Montag. Seit nunmehr drei Tagen arbeitet eine von der BASF beauftragte Spezialfirma an einer geleerten und gespülten Propylen-Pipeline. Die Arbeiter sollen in einem Rohrgraben drei Leitungsstücke austauschen. Die Firma stammt aus der Region, arbeitet seit Jahrzehnten in der BASF. Doch an diesem dritten Tag läuft etwas schief. Einer der Arbeiter schneidet am Vormittag mit einer Flex (Winkelschleifer) eine mit Raffinat gefüllte benachbarte Leitung an. „Uns ist nicht erklärlich, wie es zu diesem menschlichen Versagen kommen konnte“, sagt Werkleiter Uwe Liebelt später. Diese Frage versucht die Staatsanwaltschaft zu klären, die gegen den Arbeiter ermittelt. Er selbst hat noch keine Aussage zum Unfallhergang gemacht. Fest steht: 15 Zentimeter lang ist der Schnitt in der acht Millimeter dicken Röhre. Die brennbare Flüssigkeit tritt aus, entzündet sich. Um 11.21 Uhr wird die BASF-Werkfeuerwehr alarmiert. Drei Minuten später sind die Männer vor Ort, um den Brand zu löschen. Sie stellen gerade Wasserwerfer auf, um die Rohrleitungen zu kühlen, als es weitere drei Minuten später zur Katastrophe kommt. Der Brand hat eine benachbarte Ethylenleitung unterfeuert, die explodiert. Ein Teil der brennenden Leitung wird 30 Meter weit in Richtung Kai geschleudert, wo gerade die Werkfeuerwehr im Einsatz ist. Zwei BASF-Feuerwehrmänner sind nach der Explosion tot, ebenso ein Matrose von einem Tankschiff. Seine sterblichen Überreste werden Tage später geborgen. Ein weiterer Feuerwehrmann erliegt seinen schweren Brandverletzungen im Krankenhaus. Die Hitze des Brandes ist enorm. Autos auf einem angrenzenden Parkplatz brennen aus. Kunststoffteile in der Umgebung schmelzen. Dank des Einsatzes aller verfügbaren Feuerwehrkräfte kann ein weiteres Übergreifen der Brände auf zwei mit Chemikalien gefüllte Tankschiffe im Hafen verhindert werden. Gegen 21.30 Uhr ist das Feuer endlich gelöscht. In der Stadt heulen am Unglückstag die Luftschutzsirenen. Qualmwolken der Brände im Hafen sind weithin zu sehen. Die Bevölkerung muss Türen und Fenster schließen. Längere Aufenthalte im Freien sollen vermieden werden. Es dauert zwei Tage, bis die Warnung aufgehoben wird. Luftmessungen ergeben, dass keine Gefährdung bestanden hat. Dennoch ist die Verunsicherung in der Bevölkerung groß. Eine Debatte über die Sicherheit und den Einsatz von Fremdfirmen bei der BASF beginnt. Hintergrund ist eine ungewöhnliche Pannenserie in diesem Jahr im Stammwerk. Feuerwehrdezernent Dieter Feid (SPD) spricht von einem angeknacksten Vertrauensverhältnis zur BASF. Die Konzernspitze bemüht sich in der Folgezeit darum, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Standortleiterin Margret Suckale und Werkleiter Uwe Liebelt managen die Krise. Suckale: „Wir werden alles tun, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt.“ Doch viele Bürger vermissen einen öffentlichen Auftritt des Vorstandsvorsitzenden Kurt Bock, der nur bei der Herbstbilanz-Pressekonferenz extern auftritt. Ein Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wird 2017 erwartet.

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