Rhein-Pfalz Kreis Und dann droht der Hacker

Wenn Christbäume dieser Tage auf der Straße liegen, steht ihnen noch einiges bevor. Sie haben nicht nur ausgedient und wurden zu Hause rausgeschmissen. Ihnen droht jetzt auch noch der Hacker. Fleißige Helfer sammeln die Bäume ein. Dann landen sie bei der Recycling-Firma Zeller in Mutterstadt. Dort verarbeitet eine Maschine den einst edlen Wohnzimmerschmuck zu Holzhackschnitzeln.
Eine Maschine spuckt Holzteilchen. Hunderte, ja Tausendende bilden einen Berg. „Die Tannenbaum-Schnitzel werden direkt als Brennholz verwendet“, sagt Andreas Zeller, Geschäftsführer der Firma Zeller Recycling GmbH in Mutterstadt, der sich mit seinem Besuch anschaut, was aus einem Christbaum werden kann. Sein Betrieb verarbeitet und bereitet Abfallprodukte ganz unterschiedlicher Art auf, damit sie wiederverwertet werden können. Dazu zählen eben auch die Tannenbäume, die gesammelt und bei dem Recycling-Betrieb in Mutterstadt abgeliefert werden. Dort geht es denen, die zuvor noch Wohnzimmer und Herzen erleuchteten, an den Kragen: Ein Hacker schneidet sie in kleine Teile, in Holzhackschnitzel. Dazu greift sich die Maschine mit einem Arm einige Bäume von einem großen Haufen. Ein schnelllaufender Rotor, der mit Messern bestückt ist, schneidet die Stämme klein. „Die hacken wie kleine Äxte, daher auch der Name Hacker“, erklärt Zeller. In einem Korb hinter der Trommel bleiben die Holzstücke so lange, bis sie klein genug sind, um durch dessen Maschen zu fallen. Danach pustet sie ein Rohr hinter die Maschine, wo der Berg aus kleinen Holzteilen entsteht. „Weil die Bäume sehr viel Harz haben, werden sie mit anderen Brennstoffen vermischt“, erläutert Zeller. Abnehmer dieser Mischungen seien vor allem Kommunen. Dort würden zum Beispiel Schulen, Schwimmbäder und Feuerwachen mit dem „Kleinholz“ beheizt. Wichtig für die Verbrennung ist laut Zeller die Form der Holzschnitzel. Optimal seien die geraden Kanten, die beim Hacken entstehen. „Deshalb kommen die Bäume auch nicht in einen Häcksler. Der würde sie einfach zerreißen.“ Klingt für einen Weihnachtsbaum jetzt auch nicht besser. Der Hacker jedenfalls kann Baumstämme bis zu einem Durchmesser von 60 Zentimeter zerkleinern. Für dickere Exemplare gibt es Zeller zufolge einen Spalter. Pro Jahr werden zwischen 200 und 250 Tonnen Tannenbäume bei der Recyclingfirma verarbeitet. Wenn mit dem Hacker gerade keine Tannenbäume zerkleinert werden, seien Mitarbeiter mit der Maschine oft im Wald unterwegs, berichtet Zeller. Auch Holzabfälle, die bei der Landschaftspflege entstehen, würden damit verarbeitet. Neben Christbäumen aus Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis kommen auch Bäume aus Speyer nach Mutterstadt. Die Christbäume im Rhein-Pfalz-Kreis werden größtenteils von ehrenamtlichen Helfern der Vereine oder karitativen Einrichtungen in den einzelnen Gemeinden abgeholt. Wer seinen Baum doch lieber selbst entsorgen möchte, kann ihn nach Angaben der Kreisverwaltung in Ludwigshafen kostenlos bei den Wertstoffhöfen abgeben. Im Kreis gibt es 16 solcher Wertstoffhöfe. Dort landen die Bäume zunächst in den Grünabfall-Containern. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft unter www.ebalu.de.