Rhein-Pfalz Kreis Trasse für Südspange wird gerodet

Das Hochwasserschutzprojekt Südspange nimmt allmählich konkrete Formen an. Der Verbandsausschuss des Gewässerzweckverbands Isenach-Eckbach hat am Donnerstag in Lambsheim die Vergabe von Rodungsarbeiten für 45.000 Euro beschlossen.
Gerodet wird an den ersten Bauabschnitte der künftigen Trasse zwischen dem Viertelbach beim Wildpark Rheingönheim und dem Mandelhof südöstlich von Mutterstadt. Die Zeit drängt. Spätestens am 28. Februar müssen die Arbeiten beendet sein, weil zu einem späteren Zeitpunkt Vögel beim Brüten gestört werden könnten. Mit der Verlegung der Rohrleitungen – die Maßnahme wird europaweit ausgeschrieben – soll voraussichtlich im September begonnen werden (wir berichten am 16. Januar). Verbandsgeschäftsführer Hans Peter Theiß wies in der Sitzung darauf hin, dass wegen der benötigten Flächen eine Rahmenvereinbarung mit dem Bauern- und Winzerverband abgeschlossen werden solle. Dabei stehe der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Betroffenen im Vordergrund, betonte er. Eine Vielzahl weiterer Projekte wurde beschlossen: Um die Abflussverhältnisse auf der Frankenthaler Terrasse weiter zu verbessern, wird der Belchgraben zwischen der Landesstraße 527 (Am Römig) und der Isenach ausgebaut. Dieses Vorhaben wurde in zwei Teilabschnitte untergliedert. Vorrangig sollen bereits ab Februar für die Stadt Frankenthal Ausgleichsflächen als Lebensraum für den Flussregenpfeifer hergestellt werden. Dafür sprachen sich die Vertreter der Gemeinden einstimmig bei der Sitzung aus. Die Kosten belaufen sich auf knapp 150.000 Euro. Frankenthal stelle die Grundstücke zur Verfügung und übernehme die anteiligen Kosten für die Ausgleichsflächen, erläuterte Verbandsvorsteher und Frankenthaler Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Weil im Bereich des Belchgrabens vorgeschichtliche Siedlungsspuren vermutet werden, wurde die Direktion Landesarchäologie mit Sitz in Speyer beauftragt, das Gebiet zu erkunden. Diese Untersuchungen sollen im Frühjahr beginnen, etwa sechs Monate dauern und rund 125.000 Euro kosten. Der zweite Bauabschnitt soll den Angaben von Geschäftsführer Hans Peter Theiß zufolge voraussichtlich im August dieses Jahres in Angriff genommen werden. Für die Hochwasserrückhaltemaßnahme Marlachwiesen östlich von Deidesheim will der Gewässerzweckverband ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg bringen. Das Vorhaben ist mit knapp 3,8 Millionen Euro veranschlagt. Der Verband beteiligt sich mit 720.000 Euro, die Verbandsgemeinde Deidesheim mit 86.000 Euro. Mit einem Baubeginn wird nicht vor 2020 gerechnet.