Altrip
Tote Fische am Neuhofener Altrhein: Jetzt geht’s an die Köcher
Am Ufer Richtung Waldsee treiben die meisten Fischleiber auf dem Wasser. Inzwischen sind auch größere Exemplare dabei. Die Lage am Neuhofener Altrhein ist am Freitagabend mit einer Drohne überprüft worden. „Da haben wir schon gesehen, dass sich die Fische nicht flächig auf dem Gewässer verteilen, sondern konzentriert in dieser Ecke“, sagt Toni Krüger (Grüne). Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Rheinauen steht mit der Feuerwehr in Verbindung steht. Die Wehrleute hatten die Drohne bei ihren Böhl-Iggelheimer Kollegen angefordert. Ein zweiter Check am Sonntag – nunmehr vom Ufer aus – habe dann gezeigt, dass weitere Fische dazugekommen sind. „Jetzt müssen wir auf jeden Fall ran“, erklärt Krüger am Montag.
Bislang hatten die Verantwortlichen abgewartet. Am Freitagmorgen noch waren nur vereinzelt ein paar kleine Fische auf der Wasseroberfläche auszumachen gewesen. „Die großen gehen allerdings zunächst unter und kommen später erst hoch“, hatte da schon Wehrleiter Michael Jaspers prophezeit. Er sollte recht behalten, wenn auch das Ausmaß des Fischsterbens bei Weitem nicht so groß ist wie 2015. Damals war über eine Tonne Fisch aus dem Neuhofener Altrhein gezogen worden.
Sondereinsatz am Samstagmorgen
Der Neuhofener Altrhein gilt seither als Sorgenkind und bekam immer wieder Sauerstoffkuren verpasst. Um den Zustand nachhaltig zu verbessern, setzten die Verantwortlichen schließlich auf drei Säulen. Eine Frischluftschneise wurde angelegt, um frischen Wind ans Wasser zu bekommen. Karpfen wurden abgefischt, die gerne die Wasserpflanzenwelt am Boden „abgrasen“, die so wichtig für den Sauerstoffeintrag ist. Und es wurde ein System installiert, mit dem fauliges Tiefenwasser in Richtung Rehbachmündung und von dort aus in den Rhein gepumpt wird. Die verschiedenen Therapien haben angeschlagen – im neueren, ausgekiesten Teil des Neuhofener Altrheins hält sich der Sauerstoffgehalt relativ stabil. Das hat zu der Idee geführt, die Lücke zum Altgewässer hin zu schließen. „Damit die Fische nicht mehr durchkommen“, sagt Altrips Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos). Immerhin setze der Angelsportverein jedes Jahr für 10.000 bis 15.000 Euro neue Fische ein. Da sei es dann schon ärgerlich, sie tot an der Oberfläche treiben zu sehen. Jetzt zum wiederholten Male.
Altrips Bauhofmitarbeiter und Sportangler haben deshalb am Samstag gemeinsam angepackt und von 7 bis 14 Uhr den drei Meter breiten und 1,40 Meter tiefen Durchfluss dicht gemacht. Mit Sandsäcken. Und mit Porotonsteinen, die zwar Wasser durchlassen, aber keine Fische. Ob der Lückenschluss für immer bleibt, muss noch mit der Oberen Wasserbehörde in Neustadt geklärt werden. Einstweilen werden in Altrip Köcher gesammelt. „Alles, was zum Einsammeln der Fische gebraucht wird, tragen wir gerade zusammen“, sagt Toni Krüger. Dann werden sich die Wehrleute ans Werk machen und tote Fischleiber einsammeln.