Speyerer Umland
Teilweise häufen sich Rohrbrüche
In Waldsee informierten Bürger die Feuerwehr und den Wasserversorger – den Zweckverband Pfälzische Mittelrheingruppe –, dass das Trinkwasser auf die Straße strömte. Wehrleute sperrten den betroffenen Bereich ab und informierten die Anwohner. Der Bereitschaftsdienst des Zweckverbands kümmerte sich um die Notversorgung. Für die Bewohner der Franz-Schubert-Straße, wo kein Wasser mehr aus dem Hahn kam, wurde ein Hydrant in der Lerchenstraße eingerichtet, an dem sie sich bedienen konnten. Die kommunale Kindertagesstätte „Tausendfüßler“, die auch in der betroffenen Straße liegt, wurde mit einer oberirdischen Leitung notversorgt.
Hans Schlarp vom Zweckverband war am Montagvormittag vor Ort und berichtete auf Anfrage, dass der Schaden heute repariert werden solle. Die Ursache müsse noch ermittelt werden. Laut Schlarp gibt es im Versorgungsgebiet des Zweckverbands mit seinen neun Kommunen – darunter alle vier Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Rheinauen – zehn bis zwölf Rohrbrüche pro Jahr. Gründe seien Erdbewegungen und auch öfter Korrosionsschäden. Denn die Wasserleitungen seien alt, Schlarp zufolge teilweise sogar noch aus dem Jahr 1931. Das Versorgungsnetz sei aber nicht marode, betonte der Fachmann. Denn mit Blick auf die vielen Kommunen, die dem Wasserzweckverband angehören, relativiere sich die Anzahl der Rohrbrüche. „So oft kommt das nicht vor“, sagte Schlarp.
Mehrere Aspekte zu beachten
In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen hat Hermann Konrad dagegen das Gefühl, dass die Anzahl der Wasserrohrbrüche zugenommen hat. „Es kommt häufiger vor“, sagte der Verwaltungsfachbereichsleiter, der für die Werke zuständig ist. Ihm zufolge passierte „ein großer“ vor rund drei Wochen in der Speyerer Straße in Harthausen. „Wir gehen davon aus, dass Erschütterungen die Ursache waren“, sagte Konrad mit Blick auf den Verkehr. Denn die älteren Eternitrohre seien empfindlich.
Nach seinen Angaben sind die Leitungen aus den 1960er-, 70er-Jahren. Sie bestünden aus Eternit, Guss oder Stahl. Kommt es vermehrt zu Schäden, werden die Rohre in ganzen Straßenzügen komplett ausgetauscht. Konrad nannte als Beispiel die Brucknerstraße in Dudenhofen. Generell sei keine der vier Ortsgemeinden mehr betroffen als eine andere. „Wir haben in allen Orten Wasserrohrbrüche“, sagte Konrad. Ein größerer, wie etwa auf einer Hauptstraße, komme fast jedes Jahr vor, kleinere, etwa an Hausanschlüssen, seien ebenfalls häufig.
„Wassermeister schlagen Alarm“
Wenn Rohre brechen, merken das auch die Mitarbeiter im Wasserwerk. Denn dann falle der Druck im Netz, und der Wassermeister schlage Alarm, sagte der Fachbereichsleiter. Die betroffene Straße werde mithilfe von Absperrventilen von der Wasserversorgung abgetrennt. Dabei werde darauf geachtet, dass die Ventile langsam zugedreht werden, damit es durch Druckspitzen nicht an anderen Stellen zu Rohrbrüchen kommt, erklärte Konrad.
Bei den Reparaturarbeiten, für die die Stadtwerke Speyer als Netzbetreuer Tiefbaufirmen beauftragten, sei die erste Prämisse, die Bürger möglichst schnell wieder mit Wasser zu versorgen. Das funktioniere innerhalb eines Tages, wenn notwendig werde auch die Nacht durchgearbeitet, sagte Konrad. Bis der Straßenabschnitt jedoch wieder für den Verkehr freigegeben wird, könne es bis zu einer Woche dauern. Denn die Asphaltarbeiten seien witterungsabhängig, zudem müsste der Unterbau der Straße wiederhergestellt werden, machte der Fachbereichsleiter deutlich.