Rhein-Pfalz Kreis Supermarkt-Debatte geht weiter

So sieht die Ortsmitte derzeit aus. Wie sie in ein paar Jahren aussehen könnte, darüber wird in Neuhofen aktuell viel spekuliert
So sieht die Ortsmitte derzeit aus. Wie sie in ein paar Jahren aussehen könnte, darüber wird in Neuhofen aktuell viel spekuliert und diskutiert.

«Neuhofen.» Der Wasgau-Markt beschäftigt Neuhofen. Erst drohte die Schließung. Dann kam die Kunde von der Verlängerung um etwa ein Jahr. Spätestens im September 2018 will das Unternehmen den jetzigen Standort schließen. Der Laden in der Carl-Reiß-Straße ist zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Nun gehen die Meinungen auseinander, wo ein Supermarkt in Zukunft gut aufgehoben wäre. Politiker diskutieren. Bürger, die in der Ortsmitte wohnen, äußern Bedenken (wir berichteten). Jetzt melden sich Geschäftsleute und Immobilienbesitzer zu Wort – sie bangen um ihre Zukunft, falls auf dem Tennenplatz ein großer Supermarkt entsteht. „Wenn dort ein Einkaufszentrum mit Supermarkt entsteht, würde das wohl die Existenz aller Gewerbetreibenden in der Otto-Dill-Straße bedrohen“, fürchten die Vermieter des Treff 3000, Klaus und Andrea Müller. Sie verstehen nicht, weshalb gut funktionierende Strukturen leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Nach Aussage der Gewerbetreibenden haben sich dort angesiedelte Geschäfte und Dienstleister bestens etabliert. Mit der Kundenfrequenz zeigen sich alle Geschäftsleute rund um den kleinen Supermarkt zufrieden. Hier passe einfach vieles zusammen, stellt etwa die Inhaberin der Bären-Apotheke, Ursula Velec, fest. Gerade ältere Menschen, die mit dem Rollator oder dem Fahrrad unterwegs seien, schätzten den sicheren Weg dorthin – Einkauf und Arztbesuch könnten kombiniert werden. Aber auch Jüngere erledigten hier ihre Besorgungen, wenn sie ohnehin in der Otto-Dill-Straße parkten, um ihre Kinder in die Kita oder die Schule zu bringen. Dieses kleine Zentrum würde zerstückelt werden, wenn auf dem Sportplatz ein neues Einkaufszentrum gebaut wird, glaubt die Apothekerin. „Es entstehen immer wieder neue Konzepte. Warum macht sich die Verwaltung so wenig Gedanken um die Verbesserung dieses Standorts?“ Nach Meinung der Geschäftsleute könnte beispielsweise die Verkaufsfläche des Treffs 3000 vergrößert werden. Der Einwand, dass das Grundstück zu wenige Parkplätze biete, können die Firmen nicht ganz nachvollziehen. Genügend Parkraum ließe sich etwa in der angrenzenden Rehbachstraße schaffen. Aber diese Fläche ist für eine mögliche Straßenbahntrasse reserviert. „Nach all den Jahren, in denen über eine mögliche Straßenbahnanbindung gesprochen wurde, haben wir Zweifel, dass dieses Vorhaben in absehbarer Zeit realisiert wird“, sagt der Betreiber der Postfiliale, Jörg Dittmer. Er hat, wie andere Geschäftskollegen, kein Interesse an einem Umzug in ein neues Einkaufszentrum. Denn auch er hat als Ladenbesitzer und Betreiber die Sorge, dass die Läden in der Otto-Dill-Straße dann vom Leerstand bedroht sind und das kleine Zentrum künftig verödet. Die Unternehmer in der Otto-Dill-Straße wollen nicht glauben, dass es für den Sportplatz keine anderen Möglichkeiten gibt, als ein Einkaufszentrum darauf zu bauen. So sind sie sich einig, dass es in Neuhofen viel zu wenig Wohnraum gibt – sowohl Mietwohnungen als auch Eigenheime. Der Tennenplatz könnte deshalb für neue Wohnhäuser genutzt werden – in Kombination mit kleinen Geschäften. „Die Wahrnehmung im Ort ist, dass man etwa Geschäfte für Bekleidung und Schuhe oder gar eine Drogerie vermisst. Diese Mischung könnte die Fläche auf dem Sportplatz aufwerten“, sagt Andrea Müller. Um ihren Standort zu erhalten, wären Besitzer und Betreiber bereit, aktiv an der Attraktivität des Ortszentrums zu arbeiten. Sie hoffen, dass ihnen von der Verwaltung Vorschläge gemacht und Alternativen aufgezeigt werden. Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) teilte auf Anfrage mit, dass er den Gewerbetreibenden auf jeden Fall helfen werde. Kontakt aufgenommen hat er mit einem Einzelhandelsunternehmen, das signalisiert habe, den Treff 3000 zu erhalten oder aber die Geschäftsräume anderweitig zu nutzen. Dem Vorschlag, die Ladenfläche zu vergrößern und zusätzliche Parkplätze zu schaffen, steht Marohn skeptisch gegenüber. Das Problem sei, dass die Flächen zu etwa 60 Prozent in Privatbesitz sind.

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