OTTERSTADT / WALDSEE
„Struwwelpeter“ auf Otterstädterisch
Die Geschichten kennt wohl wirklich fast jeder, aber nicht in dieser Form. Denn diese hier stehen im Büchlein „De Odderstedter Struwwelpeder – Em Hoffmann Heiner sei gschbessische Kinnergschischtle uff Odderstedter Pelzisch noochgedischt un nei illuschdriert – mit hochdeitsche Ergleerunge“ des Waldseers Franz Schlosser.
„Odderstedderisch“ ist sie ein Dialekt, der sich doch tatsächlich vom „Wallsemerischeen“ unterscheidet. Wenn es von oben nass wird, dann „rengts“ in Waldsee, während es nebenan „reschnt“, erklärt Schlosser.
Prekär wird es wenn die Otterstadter sägen, denn dann „seeschen“ sie, was man in Waldsee komplett missverstehen würde: In Otterstadt seescht man in der Werkstadt, in Waldsee im Idealfall auf der Toilette. Es gibt noch eine Reihe anderer Unterschiede, die Franz Schlosser im Vorwort des Büchleins erklärt.
„Odderstedderisch“ ist die Geschichte aber noch auf eine andere Weise: Die Akteure tragen typische Otterstädter Namen, und die Geschichten spielen in Otterstadt. So treibt der Böse Fritz sein Unwesen in der Schmalen Behl.
Spaßig sind die Geschichten, die Schlosser, anders als Hoffmann, bewusst nicht als moralisierenden Zeigefingergeschichte für Kinder im Vorschulalter geschrieben hat, sondern für Erwachsene, die Spaß an der Pfälzer Mundart im Allgemeinen und „Odderstedderischen“ im Besondern haben und sich vielleicht auch an ihre Kindheit mit dem Struwwelpeter zurückerinnern. Lustig sind aber auch die Illustrationen und selbst die hochdeutschen Fußnoten stecken voller Humor.
Schlosser hat das Buch als kleinen Beitrag aus dem „Wallsemer Feindesland“ zum 1000-jährigen Bestehen der Gemeinde Otterstadt geschrieben. Erhältlich ist es bei der Volksbank, im Ottermarkt und bei Ingrid Hook, Mittelgasse 6, zum Preis von fünf Euro.