Rhein-Pfalz Kreis Stimmung gut. Geld da. Bahn fährt?
«Ludwigshafen.» Schon ein bisschen blöd: Da bringt man etwas in Schwung, ist dann aber am entscheidenden Tag krank. Trotzdem kann Landrat Clemens Körner (CDU) zufrieden sein: Die Gespräche am runden Tisch sind gut gelaufen, alle wollen eine Machbarkeitsstudie, das Straßenbahnprojekt nimmt Fahrt auf. Die Idee, eine Bahn nach Neuhofen fahren zu lassen, ist nicht neu. Aber neu ausgesprochen, hat voll sie eingeschlagen. Körner hat einen guten Zeitpunkt erwischt und den Zeitgeist getroffen. Verkehrswende ist so ein Wort, das in diesem Zusammenhang gerne benutzt wird. Dass es jedenfalls Zeit wird, zu prüfen, ob Stadtstraßenbahnen auch in den Rhein-Pfalz-Kreis fahren können, finden Vertreter des Kreises, der Stadt Ludwigshafen und die Bürgermeister der Gemeinden Mutterstadt, Neuhofen, Rheinauen sowie Dannstadt-Schauernheim. Sie haben am Mittwoch mit Verkehrsexperten der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) sowie des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) zusammengesessen. Und sie haben beschlossen, sich die Sache auch etwas kosten zu lassen. Das erklären sie gestern in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die RNV soll drei Streckenverlängerungen in einer Machbarkeitsstudie prüfen. In sechs Monaten soll die Expertise vorliegen. Darin enthalten sind erste Vorschläge, wie die Trassen verlaufen könnten. Und eine erste Kosten-Nutzen-Kalkulation. Schließlich kann man neue Bahntrassen nur bauen, wenn das Geld dafür da ist. Und wenn man schon Millionen in neue Verkehrsmittel investiert, sollten sie auch genutzt werden. RNV-Geschäftsführer Martin in der Beek rechnet mit 50.000 Euro für eine Route. Lässt man drei Strecken prüfen, macht das 150.000 Euro. Wie sich die Beteiligten diese Summe aufteilen, ist noch nicht bekannt. Aber sie teilen: VRN, Stadt, Kreis und Kreisgemeinden. Und vielleicht lohnt es sich. Sollte in der Machbarkeitsstudie herauskommen, dass es passende Trassen in den Landkreis gibt und die Chancen gut stehen, Menschen von dem Angebot begeistern zu können, führt der Weg nach Berlin. Das Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden (GFVG) wurde 2018 geändert. Bis 2021 soll die jährliche Fördersumme auf eine Milliarde Euro erhöht und danach je nach Bedarf angepasst werden. Eine Voraussetzung für die Förderung ist allerdings, dass ein Projekt städte- und gemeindeübergreifend abgestimmt ist. Und da sieht’s ja gut aus. Statt Clemens Körner saß Bauamtsleiterin Sylvia Gerdon-Schaa mit am Tisch. „Es war ein effektives Gespräch“, sagt sie. Stimmung gut. Geld da. Bahn fährt. Das noch nicht. Aber der Wille ist da und die Machbarkeitsstudie kommt.